Heiligensee-Regatta 2017

Heiligensee 2017

Aus dem Tagebuch einer Trainerin

Donnerstag 21.04.
Die erste Regatta der Saison steht direkt vor der Tür. Übermorgen geht es nach Heilgensee, das heißt heute das Programm durchgehen, welche Boote mitkommen und ob wir noch Ummeldungen oder Streichungen haben. Muss noch mit Jens klären, dass wir den Hänger morgen schon hinbringen. Zum Glück habe ich in meiner Pause auf Arbeit etwas Zeit und schaffe den Hängerplan zu erstellen, und es passen alle Boote rauf, so dass wir nicht noch irgendwelche Autos beladen müssen.
Nach der Arbeit geht es gleich in den Verein zum Training mit Aaron und im Anschluss noch eine weitere Einheit mit allen Kids. Zeitplan wird etwas durcheinander geworfen, da der neue Stegbelag kommt und abgeladen werden muss. Also heißt es: alle müssen anpacken und dann nichts wie rauf aufs Wasser.
Nach dem Training packen wir alle Boote ein und luden den Hänger. Wie immer fehlen einige Kinder zum Helfen: das ist ärgerlich! Glücklicherweise sind Sacha, Aaron und Mert da, um Tische und Bänke zu befestigen und den KIV aufzuladen. Ich weiß gar nicht wie ich das ohne die drei geschafft hätte. Ansonsten lief das Hängerladen reibungslos, so dass wir abends noch mit Lars und Steffi einen Burger essen gehen konnten.
Freitag 28.04.
10 Uhr Training mit Aaron: paddeln. Während Aaron eine Runde laufen geht, bekleben Sacha und ich die neuen Boote mit ihren Namen. Fuchs getroffen, der sein Boot noch aufgehübscht hat. Jens kommt pünktlich und hilft auch noch bei dem Namenszug für den Sponsor, bevor wir nach Heiligensee düsen, um den Hänger schon mal aufs Regattagelände zu stellen. Beim HKC klappt alles, zwar nicht ganz reibungslos, da einer der Helfer unseren KIV leicht ins Dach schiebt und wir ihn dann doch noch abladen müssen. Aber naja. Dann geht´s zum Glück schnell wieder nach Hause; bin heute Abend noch verabredet. Auf dem Weg gibt´s noch `ne Currywurst.
Samstag 29.04.
Nach ganzen drei Stunden Schlaf bin ich um 7.30 Uhr im KC und sammele Matilda, Adrian, Marie, Malte, Mateo und Lara ein. Auf dem Weg noch ein schneller Halt am Theo, wo Samer bereits auf uns wartet. Pünktlich um 8.30 sind wir in Heiligensee. Jetzt erstmal Boote auspacken, Tische und Bänke abladen. Schon taucht das erste Problem auf: wir kriegen die Gurte der Tische nicht gelöst und Sacha ist nicht zu erreichen. Was jetzt? Nach viel Gefummel und kleinen Tricks schaffen wir es doch noch. Juchhuh, wir müssen nicht den ganzen Tag stehen.
Langsam steigt auch schon die Aufregung vor den bevorstehenden Rennen. Bevor ich erstmal nichts mehr runterkriege, gönne ich mir mein Frühstück: Kakao und Zimtschnecke. Hoffentlich hat sich das Wintertraining ausgezahlt und die Renngemeinschaftsboote sind nicht zu stark. Hoffentlich kippt niemand. Hoffentlich haben alle Spaß.
Malte ist der Erste von uns und paddelt in seinem KI in den Zwischenlauf, Leni direkt ins Finale, während Mateo ebenfalls über den Zwischenlauf muss. Das ist doch ein ganz guter Einstieg in die Saison.
Nachmittags sind alle männlichen Jugendfahrer im Zwischenlauf. Während sich Tom und Fabian souverän durchsetzen, machen es Samer und Adrian in einem KC-Duell sehr knapp und spannend. Schließlich komplementiert Adrian den Endlauf. Mit drei Startern vom KC im Finale können wir sehr zufrieden sein. Da der Veranstalter komischerweise ein Auge auf unsere Schüler geworfen hat und sehr bedacht auf die Einhaltung der, durchaus sinnvollen, Schutzzeiten ist, darf Sophia ihren Zwischenlauf im KI entspannter paddeln und so noch den KII mit Matilda in der Jugend fahren.
Bei zwei Rennen am Tag sehe ich nicht richtig den Sinn, die Kids nicht zwei Rennen innerhalb einer halben Stunde fahren zu lassen, aber egal: nicht ärgern, Carola. Beide Mädchen KII mit Marie, Lucie, Sophia und Matilda sind gut gefahren. Leider fehlt noch ein ganz schönes Stück. Na mal sehen. Bei Tom und Fabian im Zweier läuft es auch noch nicht so, wie ich mir das erhoffte. Daran müssen wir noch arbeiten. Im Mix sicheren sich Fabian und Lucie den Bronzerang vor Tom und Marie. Alle vier KII mix sind sehr gut gefahren und immerhin sind wir der quantitativ stärkste Vertreter in diesem Rennen. Das ist schön!
Tagsüber sind trotz des bescheidenen Wetters (kalter Wind, wenig Sonne) einige Zuschauer aus unseren Reihen da. Das ist wirklich sehr erfreulich.
Im Anschluss an die Rennen findet noch eine Siegerehrung statt. Wir können unsere Trikots doch einige Male auf dem Siegerpodest bewundern, was auch hinsichtlich der großen Flut an LKV-Booten eine schöne Sache ist. Meine Aufregung hat sich langsam etwas gelegt, obwohl natürlich nicht ganz, denn schließlich steht morgen noch die Lange Strecke BM an. Da entspannt sich das Trainerherz nicht so wirklich.
Nach der Siegerehrung liefere ich die Kids wieder im KC ab. Dort bauen Mert, Sacha, Fuchs und Micha noch fleißig an unserem neuen Steg. Allerdings müssen Sacha und ich dann auch schon los, da wir noch zum Essen verabredet sind und danach wartet zu Hause noch einige Vorbereitungsarbeit für die Taufe und den Tanz in den Mai.
Sonntag 30.04.
Heute erst um 8 Uhr im Verein, vorher eine Kleinigkeit beim Bäcker geholt. Am Theo Mert und Samer einsammeln und dann wieder nach Heiligensee. Heute stehen noch ein paar 500m Rennen auf dem Programm, bevor es für alle auf der Langen Strecke um die Berliner Meistertitel geht.
Die Rennen laufeb alle ganz gut; besonders erfreulich ist der 2. Platz von Mateo, Leni, Sophia und Malte im KIV mix bei den Schüler A, da Leni und Mateo schließlich noch Schüler B sind. Auch wenn Sophia es mit der Schlagzahl sehr gut meinte, sind die „Kleinen“ wirklich ein tolles Rennen gefahren. Aufgrund von einigen Streitigkeiten mit dem LKV Berlin fasse ich nach einiger Überlegung den Entschluss den KIV der männlichen Jugend abzumelden. Es tut mir immer leid, wenn Probleme so ausgetragen werden, dass die Sportler leiden, aber manchmal muss man seine Prinzipien eben doch durchsetzen. Hoffentlich sind die Jungs nicht zu traurig! Aber ich lasse sie nicht das Kanonenfutter für die Renngemeinschaftsboote spielen, wenn der LKV uns im Gegenzug nicht auch entgegenkommt.
Inzwischen ist die Aufregung bei mir wieder auf einem kaum zu ertragenden Level angekommen. Fast schlimmer als damals beim selber paddeln. Man steht so unnütz am Rand. Mateo liegt auf der ersten 500 seiner 2000m auf dem dritten Platz. Auweia, dicht hinter ihm ein weiterer Gegner. Hoffentlich kann er den Platz verteidigen. Zwischen Kamera gerade halten und Aufregung versuche ich ihn trotzdem anzufeuern, genauso wie unsere anderen Kids. Und es hat geholfen: am Ende baumelt die Medaille um seinem Hals. Jetzt ist Leni dran.
Vorne weg paddelt die überragende Schülerin dieser Regatta, aber dann folgen Leni und zwei weitere Mädchen. Au Backe ist das spannend und Leni fährt eine schlechte erste Wende ist aber noch mit dabei. Ein Mädchen versucht Wasser zwischen sich und die zwei anderen zu bringen. Hoffentlich schafft sie das nicht. Ich zoome mit der Kamera an die zweite Wende ran: Leni fährt eine ganz hervorragende Wende und kann jetzt um den Vizetitel kämpfen. Ich will Steffi am Ufer ein Zeichen geben, dass es gut läuft, aber die guckt einfach nicht. Ok, wieder Konzentration auf Lenis letzten 300m. Sie liegt gut, wir feuern an und sie fährt ihren Endspurt. Endlich im Ziel und belohnt mit der Silbermedaille! Damit ist der Tag eigentlich schon so gut wie perfekt. Alles Weitere ist freudige Zugabe.
Aber nicht nur unsere Jüngsten sind ein tolles Rennen gefahren, sondern wirklich alle unsere Sportler haben mich mit Kampfgeist und ambitionierten Rennen schwer begeistert. Keiner hat aufgegeben und selbst wenn eine Topplatzierung in weiter Ferne war, sind alle einen 100% Wettkampf gepaddelt. So kämpfte Matilda tapfer mit einem Endspurt genauso wie Samer und Adrian.
Malte schaffte den 4. Platz bei den Schüler A, Sophia und Lara konnten sich im KII Schülerinnen A die Bronzemedaille umhängen, genauso wie Lars, der mehr als überrascht war. Und am Ende bescheren uns Mert und Aaron erfreulicherweise jeweils eine Silbermedaille in ihrem KI-Rennen. Allerdings muss ich zugeben, dass ich bei Beiden ein ganz klein wenig mit einem Sieg geliebäugelt habe. Das sollte wohl nicht sein. Schade.
Jetzt heißt es zacki zacki einpacken damit wir pünktlich für die Taufe zurück im KC sind. Das klappt gar nicht mal so zügig, aber am Ende geht dann ja doch alles wieder gut.
Pünktlich sind wir im Verein, schnell noch Laras Boot beschriften, abladen, duschen und dann geht auch schon die Taufe los.

Carola

/**
*/