Ostdeutsche Meisterschaft 2017

Ostdeutsche Meisterschaft 2017

Nach der kleinen aber feinen Regatta in Jena fing am 22.06. wieder das ernste Paddlerleben für unsere Aktiven an: Die Ostdeutschen Meisterschaften auf dem Beetzsee standen an und eine Menge Sportler des KC wollten in diesem Jahr die Endläufe erreichen und sich damit für die Deutschen Meisterschaften im August in München qualifizieren. Lara, Sophia, Matilda, Lucie, Marie, Leni, Mateo, Malte, Samer, Tom, Fabian, Adrian, Aaron und Mert waren ebenso mit von der Partie wie Arved, Jonas und Luca aus Cottbus. Verstärkt wurde unser Team noch von Andreas, Hermann, Lars und Sacha, die sich zwar nicht für die DM qualifizieren wollten, aber sowohl in der AK, als auch in der LK unsere Mannschaft bereicherten.
So, aber jetzt soll es natürlich wieder um die „Kinder“ und ihre Erfolge gehen; vor allen Dingen, weil es in Jena ja viel zu wenig um die Süßen ging  (haha)
Bevor wir uns auf die Wettkämpfe konzentrieren können, gilt es natürlich erstmal, sich häuslich einzurichten. Die Cottbuser Mädels hatten bereits am Mittwoch mit Flatterband etwas für Cottbus und uns auf dem Zeltplatz abgesteckt, und zwar just an dem Platz, den wir immer unsere Heimat nennen, wenn wir in Brandenburg campieren. Umso größer war die Überraschung als ich den Anruf von Wiebke bekomme, dass Rathenow sich trotz der freundlichen Hinweise der Mädels auf unseren Platz stellt. Zu diesem Zeitpunkt waren wir glücklicherweise schon auf dem Weg nach Brandenburg, und Wiebke konnte ihre aufgeregten Mädels damit beruhigen, dass die Verstärkung bereits anrollt. In Brandenburg hat jeder seinen festen Platz zum Zelten, so dass es einen doch ein wenig ärgert, wenn dieser trotz Markierung und Hinweisen einfach okkupiert wird. Ich verstehe schon, dass sich alle auf unseren traumhaften Platz stellen wollen, aber die feine englische Art ist das nicht gerade. Egal, Schwamm drüber und weitermachen. Wir rücken etwas enger mit den Cottbusern zusammen und passen schließlich doch all noch hin, so dass es endlich mit den nötigen Wettkampfvorbereitungen losgehen kann.
Gleich Donnerstagnachmittag mussten unsere drei Schüler/innen A Lara, Sophia und Malte mit dem 100m Sprint im KI in ihren Mehrkampf starten. Dieser Sprint wird aus der Fahrt in einem Einzelzeitfahren ausgetragen. Das haben die Drei einigermaßen passabel hinbekommen. Im Vergleich zum direkten Wettkampf Sportler/in gegen Sportler/in über Vor-, Zwischen- und Endlauf ist dieses Einzelzeitfahren eine andere, nicht ganz einfache, Wettkampfform bei der man sich alleine mit der Uhr misst und gegen diese kämpft. Da dabei jeder andere äußere Bedingung vorfindet und zu bewältigen hat, bin ich kein wirklicher Freund dieses Mehrkampfes, aber wie heißt es so schön: Mitgehangen mitgefangen.
Wie in den letzten Jahren schon fast üblich, erwartete uns am Abend mal wieder ein Gewitter mit Sturmböen, Regen, Donner und Blitzen, die den Himmel aufleuchten ließen. Im Gegensatz zu den überdimensionierten Zelten der Cottbuser haben unsere das nächtliche Unwetter wieder einmal gut überstanden, und wir konnten heil und frohen Mutes in den Freitag starten.
Vor uns lag ein Tag mit Vor- und Zwischenläufen über die verschiedenen Wettkampfstrecken (200, 500 und 1000) und der Athletikteil des Schülermehrkampfs. Zu den Schüler/innen A gesellten sich nun noch die Schüler/innen B, das hieß für Leni und Mateo Turnschuhe zugeschnürt und schnell laufen und weit werfen.
Da der Mehrkampf auf dem Sportplatz stattfindet, ist es quasi unmöglich sowohl die Schüler, als auch die restlichen Jugendlichen bei ihren Wettkämpfen zu begleiten und zu unterstützen, wenn man keine Hilfe von weiteren Trainern bekommt. Glücklicherweise reisten Lars und Steffi pünktlich um 7 Uhr in Brandenburg an und kümmerten sich um unsere 5 Schüler während ich die restliche Truppe betreute und fleißig anfeuerte und filmte. Erfreulicherweise wurden von allen der eine oder andere Zwischenlauf erreicht, so dass wir durchaus zufrieden sein können. Alle vier männliche Jugendfahrer Tom, Fabian, Samer und Adrian erreichten den Zwischenlauf im KI über 200m und Tom kam auch über 1000m eine Runde weiter. In den Zweiern lief es leider noch nicht so gut, wie ich mir das im Vorfeld erhofft hatte, da muss noch analysiert und gearbeitet werden. Lucie und Marie hingegen erreichten im KII sowohl über 200 als auch über 500m den Zwischenlauf, was Marie ebenfalls über 1000m im KI gelang. Nach dem Mittagessen ging es dann auch für die Schüler auf die unterschiedlichen Paddelstrecken, und sie konnten endlich das machen, was uns allen am allermeisten Spaß macht: paddeln, paddeln, paddeln! Und unsere Jüngsten Mateo und Leni folgten dem Beispiel der anderen und dürften im KI jeweils nach dem Vorlauf ein zweites Mal an den Start gehen. Aaron und Luca zogen im KII über 200 und 1000m direkt ins Finale, erreichten den Zwischenlauf im KI über 200m und Aaron auch über 500m, wo er mit einem 4. Platz denkbar knapp am Endlauf vorbeirutschte. Schade! Mert zog mit Aaron gleich indem er ebenfalls über 200 und 500 in den Zwischenlauf paddelte. Leider teilten sie auch das weitere Schicksal des knappen Ausscheidens. Unsere Canadierfahrer Arved und Jonas hingegen waren in allen Finalläufen vertreten, wobei sie, aufgrund geringer Teilnehmerzahlen, kaum Vorläufe zu überstehen hatten.
Abends wurde dann traditionell gegrillt: Würstchen, Grillkäse und Fleisch stand auf der Speisekarte. Etwas abendlichen Zeitvertreib mit Karten spielen und Jugendillustrierte lesen gibt es natürlich auch auf einer Ostdeutschen Meisterschaft, aber natürlich geht es sehr viel früher als sonst ins Bett, da es Samstag wieder früh mit wichtigen Entscheidungen losgeht und man ausgeschlafen bekanntlich bessere Leistungen abrufen kann als unausgeschlafen.
Samstag erwarteten uns dann noch einige Zwischenläufe, aber ab mittags auch schon die ersten Endläufe, in denen wir auch mit einigen Sportlern vertreten waren. Unsere Junioren Arved, Jonas, Luca und Aaron waren in mehreren Endläufen zu bewundern, genauso wie die beiden Jugendvierer (weiblich und männlich) jeweils den Endlauf komplettierten.
Luca und Jonas brachten uns dann sehr schnell auf die Medaillenliste der diesjährigen Ostdeutschen Meisterschaft indem sie jeweils den Einer über 200m für sich entschieden. Gemeinsam mit Aaron schaffte Luca das im KII leider nicht. Sowohl über 200m, als auch über 1000m paddelten sie als 6. Boot über die Ziellinie. Ein sehr konstantes Ergebnis, wobei Trainerinnen und Sportler über 200m schon ernsthaft mit einer Medaille geliebäugelt hatten, aber trauriger Weise sollte es heute nicht soweit sein. Unsere Jugend konnte leider auch noch keine Medaille feiern, aber schlug sich in ihrem jeweiligen KIV tapfer, allerdings mussten die Mädels wohl doch einsehen, dass die Konkurrenz noch ein ganzes Stück weit weg ist.
Um unsere Erfolge zu feiern und die Niederlagen besser runterschlucken zu können, gab es am Abend zur Freude aller Beteiligten unsere be- und geliebten Burger. Es konnte also wieder satt und zufrieden in den Schlafsack gekrochen werden, um erholt in den letzten Wettkampftag zu starten. Dort wartete gleich am Morgen ein richtiger Knaller auf uns: der KIV der Herren Junioren über 200m mit Aaron und Luca im Boot des LKV. Vor Aufregung unfähig die Kamera auf dieses Rennen zu richten, schaute ich ein Rennen tatsächlich nur mal an, und zwar mit klopfenden Herzen. Aber das lohnte sich richtig. Mit einem ausgezeichneten Start konnte sich das Berliner Boot vor das Feld setzen und diese Position bis ins Ziel halten. Damit feierten unsere Junioren den nächsten Meistertitel. Besonders erfolgreich waren dabei Arved und Jonas, die jedes Rennen im Canadierbereich gewannen.
Ich habe nicht alle Erfolge und tollen Ergebnisse hier erwähnt. Wie immer stellt mein Bericht nur eine kleine Auswahl der Rennen dar und soll euch einen kleinen Blick auf unsere Regatten und unsere tollen Kinder (und nicht mehr Kinder) geben.
Zum Ende will ich noch über ein Rennen berichten, dass zwar nicht mit einem herausragenden Ergebnis auffahren kann, aber mir auf eine bestimmte Art und Weise in Erinnerung geblieben ist und viel bedeutet hat. Mert paddelt dieses Jahr im ersten Jahr der LK und hat durch das Fehlen von Tapio keinen Zweierpartner. Damit er trotzdem Mannschaftsboot fahren kann, haben sie Sacha und Andreas zur Verfügung gestellt gemeinsam mit Aaron und Mert einen KIV über 1000m in der Herren LK zu fahren. Ich finde, dass sich ein Junior, ein LK-Fahrer und zwei ältere Herren wirklich tapfer und gut geschlagen haben und dieses Boot ein Symbol für unsere bisherige Vereinsarbeit darstellt. Mert und Aaron haben als Schüler angefangen bei uns zu paddeln und sitzen jetzt gemeinsam in einem Boot mit unseren Herren. Alt und Jung: Das ist Verein! Aber das nur am Rande.
Schließlich hieß es aber mal wieder Abschied nehmen, Boote laden, Zelte einpacken und ab nach Hause. Ich blicke, wie immer, dankbar für unsere Sportler, Helfer und Zuschauer und voller Respekt für die gezeigten Leistungen zurück auf diese ODM und freue mich sehr auf das, was noch kommt.

Carola

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