Surfski mit den Kids

Ausflüge an die Ostsee

Mit der Berliner Meisterschaft endete unser Regatta-Wochenendmarathon fürs Erste. Die Großen Ferien standen vor Tür und in den ersten Wochen hatten die Kinder, die zur Deutschen Meisterschaft Ende August mitkommen wollten, auch die Erlaubnis der Trainerin trainingsfrei zu machen und wegzufahren.
Aber natürlich stehen wir nicht still, nur weil keine Kanurennsporttermine anstehen und ein paar Kids verreist sind. Am 29.07. fand der Ostseecup im Surfski in Warnemünde statt. Tapio, Aaron, Mert, Sacha und Carola machten sich also am 28.07. auf den Weg an die Ostsee, um den Kanuklub Charlottenburg im Oceansport würdig zu vertreten. Tapio stieg zwar auch mal wieder auf den Ski, aber nachdem er durch seinen Ausflug zur finnischen Armee sechs Monate Paddelpause hatte, nahm er noch nicht an dem 18 Kilometer Downwind-Rennen teil. Dadurch hatten wir anderen das Glück, dass Tapio uns mit dem Bus zum Start fahren konnte. Es war sehr angenehm, dass wir somit nicht auf den Shuttleservice des Veranstalters angewiesen waren, denn das Wort Service ist in diesem Zusammenhang irreführend. Leider wurde es trotz der 7. Ausgabe dieser Veranstaltung bisher nicht geschafft den Transport der Sportler ausreichend zu organisieren. Aber das war für uns ja diesmal egal.
Wir konnten uns also mit aller Energie auf unseren Wettkampf konzentrieren. Gestartet wurde in Kühlungsborn, dann ging es entlang der Küste bis zum Strand in Warnemünde. Zunächst sah es zwar nach einem flachen Rennen ohne Wellen aus, aber glücklicherweise entschied sich der Wind doch noch etwas aufzufrischen, so dass es ein paar Wellen gab und wir diese ein wenig absurfen konnten. Gestartet wurde auf den Skis sitzend, dann ging es etwas raus auf die Ostsee, rum um eine Boje und dann mit dem Wind und den Wellen Richtung Warnemünde. Aaron und Mert erwischten den besseren Start, aber dann fuhr Sacha uns allen gnadenlos und entspannt weg. Mert entschied sich für einen Kurs weiter draußen, während Aaron und ich einen ziemlich ähnlichen Weg wählten und uns somit lange Zeit im Blick hatten. Noch glücklich bei Kilometer 12 vor Aaron zu sein, musste ich kurz danach die Segel streichen und ihn doch ein Stück ziehen lassen. Die Trainingsdefizite bei mir machten sich dann doch sehr deutlich bemerkbar. Ungefähr zur gleichen Zeit tauchte Mert hinter uns auf. Der hatte sich da draußen wohl ein wenig von den Wellen einlullen lassen. Aber uns beide wollte er dann wohl doch nicht vor sich wissen, und so kämpfte er sich bis zum Ziel doch noch an Aaron und mir vorbei während Sacha schon am Strand stand. Am Wichtigsten ist letztlich bei jedem Rennen auf dem Meer, dass das alle am Ende tun: heil am Strand stehen. Und das taten wir vier dann glücklich und zufrieden und stolz, so dass sich auch in diesem Jahr die Fahrt zur Ostsee wieder einmal gelohnt hat. Anmerkung am Rande: Carola hat zwar den internen KC-Kampf zum ersten Mal verloren, aber wenigstens blieb der Sieg bei den Frauen 

Da uns dieser kleine Ausflug zur Ostsee wieder sehr viel Spaß gemacht hat und die „großen“ Jungs inzwischen ja auch schon fast zu den alten Hasen auf dem Surfski gehören, beschlossen wir spontan eine Woche später gleich nochmal einen Ostseetag zu machen und die nächste Generation an das Paddeln auf den Meeren dieser Welt heranzuführen.
Gesagt, getan und so sammelten Sacha und ich am 04.08. sehr früh morgens Marie, Samer, Mert, Tapio, Tom und Malte entlang der Heerstraße ein. Die Windprognose war perfekt um ein bisschen Spaß auf den Wellen zu haben und kaum am Strand von Börgerende angekommen, ging es auch gleich los mit dem Surfskiunterricht. Dabei blieben zunächst immer zwei Ü18 an Land, während die beiden anderen Ü18 mit den U18 paddelten. So konnten wir allen beim Aufsteigen helfen, es war jemand auf dem Wasser dabei und falls jemand wider Erwarten früher an Land will oder muss, war Hilfe sofort zur Stelle.
Vormittags wagten sich die Neulinge Malte, Marie, Samer und Tom zweimal auf die Ostsee; in der kleinen Verschnaufpause nutzten Sacha und ich die Zeit, um auch ein wenig zu trainieren. Dann gab`s eine kurze Mittagspause mit vorherigen Essenseinkauf im Supermarkt bevor auch am Nachmittag zweimal Wellenbezwingen auf dem Plan stand. Die Wellen waren inzwischen ganz schön hoch geworden, so dass Sacha und ich schon etwas Respekt bekamen und die Anzahl der Kids pro Einheit auf zwei reduzierten um jedwedes Risiko so gering wie möglich zu halten. Aber wie ich mir schon dachte, weil unsere Kids ja alle toll und krass sind, meisterten sie das Paddeln alle mit Bravour. Allerdings musste Marie letztlich doch ihrem geringen Körpergewicht und den schwindenden Kräften Tribut zollen und unplanmäßig einige Meter weit weg von unserem Strandstück an Land gehen und zurücklaufen. Wind und Wellen ließen sie einfach nicht mehr zurückkommen, geschweige denn drehen. Aber ganz Gentleman halfen ihr Tom und Malte bereits nach der ersten Aufforderung der Trainerin mit dem Tragen ihres Surfskis. Da alle Kids immer noch lachten, gehe ich davon aus, dass es trotzdem immer noch Spaß machte. Ich hatte den auf jeden Fall und begeistert davon wie gut sie das mit den hohen Wellen machten, war ich ja sowieso schon.
Noch mehr Spaß dürften Sacha und ich dann erfreulicherweise auch noch haben indem wir von Börgerende nach Warnemünde paddelten, während Tapio den Bus dort zum Strand fuhr, wo die Kids uns dann wieder in Empfang nahmen. Wie klein die Paddelwelt ist, konnten wir auch noch feststellen als wir und bekannte Surfskifahrer auf der Ostsee trafen.
Nach diesem tollen ereignisreichen langen Tag ging´s noch zum Burger essen bevor wir kaputt und zufrieden wieder in Berlin ankamen. Das wurde ja auch Zeit, denn am nächsten Tag war ja schließlich wieder Training und die DM rückte immer näher.

Carola

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