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Tour-International-Danubien (TID) 2009Es gibt zwei Meinungen zur TID (Tour-International-Danubien): Der Musiker Max sagt, die TID habe sein Leben verändert. Er ist dieses Jahr zum 9.x dabei und schreibt jedes Jahr 2-3 Liebeslieder an / über die TID. Wie er gibt es viele Kanuten, die es immer wieder auf die Donau zieht. Die anderen sagen eher: 1x und nie wieder. Dieses Jahr wollte ich es wissen und habe mich (im letzten Moment) für die TID angemeldet, und zwar für die Strecke von Budapest bis Kladowo. Die gesamte Tour führt wie alljährlich von Ingolstadt (27.06.09) bis zum Schwarzen Meer (11.09.09) über etwas mehr als 2500 km. Für ganz Eifrige gibt es noch eine Vor-Tour von Donaueschingen nach Ingolstadt, die dieses Jahr am 14.06. startete. Ich fand mich also am 22.7. in Budapest ein. Die Fahrt nach Budapest mit Bahn und Faltboot war kein Problem, wohl aber der Weg zum Zeltplatz - keine Wegbeschreibung, noch nicht einmal eine genaue Angabe. Immerhin erfuhr ich einen Tag vor meiner Abreise, dass ich auf der Obudai-Insel suchen musste - bei brüllender Hitze (empfunden 60 °, wahrscheinlich nur um die 40°), viele Irrwege mit dem vielen Gepäck, begleitet von Milliarden von Mücken, dann noch Probleme beim Aufbau des Bootes - der Anfang war alles andere als viel versprechend. Die TID-Teilnehmer, die ich dann traf, sprachen alles mögliche, nur nicht deutsch oder englisch… aber es gab ein Schwimmbad, das wir benutzen konnten. Irgendwann kamen auch Deutsche, von denen ich sogar einige von der Elbe kannte und meine Laune stieg beträchtlich. Die waren die Mückenplage schon gewohnt, seit Beginn der TID war überall Autan ausverkauft und der Geruch von Autan umgab fortan auch mich. Gute 200 km paddelten wir in den nächsten Tagen durch Ungarn. Die ersten Tage bin ich allein gepaddelt, recht schnell, um das Tagespensum hinter mich zu bringen - aber wozu? Die gewonnene Zeit nutzte ich, um vor der Sonne und den Mücken zu flüchten. Also habe ich mein Vorgehen geändert und bin in einer Gruppe mit vielen Pausen gefahren, weil die angenehmste Zeit ohnehin auf dem Wasser war. Die Zeltplätze waren nicht luxuriös, aber auch nicht so schlimm, wie ich nach vielen Vorwarnungen angenommen hatte. Toiletten und Duschen waren ordentlich nach Männchen und Weibchen unterschieden, nur hielt sich oft keiner dran. Kein WC ließ sich schließen (trotz der zahlreichen Baumärkte in Ungarn - Bauhaus, Obi, Praktiker - alles vertreten), dennoch klappte alles recht reibungslos. Budapest vom Wasser war schön, danach kann man von der Donau bis kurz vor Novi Sad folgendes sagen: schön breit, rechts und links Auenwälder, 0-3 Kneipen pro Tag, eher wenig Strömung, sehr wenig Verkehr, und blau war sie nur von oben, sonst eher s chlammig-grün-bräunlich, beim Aussteigen gab es eine kostenlose Schlammpackung. Das waren die Überbleibsel des Donau-Hochwassers. Das war zwar zurückgegangen, aber die Donau war immer noch ca 1 m über dem normalen Spiegel. Deswegen gab es wenig Sandstrände, aber wenn, dann war es wundervoll. In Mohac reisten einige Kameraden ab, dafür kamen neue nach und am nächsten Tag überquerten wir die Grenze zu Serbien. Hier waren die sanitären Anlagen noch weniger luxuriös, aber es gab immer einen Schlauch als Kalt-Wasser-Dusche und Dixi-Wcs, die erstaunlich sauber waren. Die Gastgeber waren sehr aufgeschlossen und bemüht, wir wurden allerdings immer von Polizei begleitet, und einige grölende Jugendgruppen zeigten, dass sich nicht alles über die Gäste freuten. In Bogojewo übernachteten wir in Privat-Gärten, wo wir sehr herzlich bewirtet wurden, danach zelteten wir in Backo Novo Selo in einem Sumpfgebiet - die Mückenplage steigerte sich noch, dafür konnten wir in unmittelbarer Nähe einen Storch beim Fröschefangen beobachten. Zunächst war die Donau Grenzfluss zwischen Serbien (links) und Kroatien (rechts), später dann zwischen Serbien (rechts) und Rumänien (links). Kurz vor Novi Sad wurde dann auch die Landschaft abwechslungsreicher, auf kroatischer Seite gab es zunächst einige Ortschaften, dann die Frankenberge, es gab vor Belgrad auch mehr Schiffsverkehr, also bis zu 10 Schubverbände und hin und wieder ein Kreuzfahrtschiff. Ab Veliko Gradiste wurde die Landschaft atemberaubend schön, atemberaubend waren allerdings auch Wind und Wellen, die so manchen Teilnehmer an den Rand seiner sportlichen Möglichkeiten brachten. Mein Faltboot hat sich richtig gut bewährt. Zwar wurden auch meine Muskeln ungewöhnlich stark beansprucht, aber das Spiel mit den Wellen hat mir riesig Spass gemacht. Die Tour durch das “Eiserne Tor” erinnerte mich z.T. an die Rocky Mountains, es war wirklich sehr schön. Von oben, sah die Landschaft allerdings nicht so gewaltig aus, aber immer noch schön. Das Eiserne Tor endet an der Djerdap-Schleuse, einer Doppelschleuse, an der wir einige Stunden warten mussten. Vor dem Bau dieser Schleuse muss die Donau dort so eine starke Strömung gehabt haben, dass die Boote teilweise mit Loks flussaufwärts gezogen werden mussten. Jetzt ist auf dieser ganzen letzten Strecke von Strömung kaum etwas zu spüren, vielmehr blies uns der Wind sofort zurück, wenn wir einmal aufhörten zu paddeln. Das war ein Vorteil, als ich einmal am TID-Zeltplatz vorbeigefahren war. Ich konnte mich vom Wind ganz entspannt zurücktreiben lassen. A propos TID-Plätze: Das jeweilige Tagesziel war mit einer km-Angabe angegeben. Oft war es aber sehr schwierig, auf dem Wasser die km-Angaben auszumachen. Diese waren, wenn überhaupt, nur auf einer Seite, nicht immer auf der gleichen, und ein Fernglas gehört hier zur Grundausrüstung, um die Chance zu erhöhen, sich zu orten. Hinter der Schleuse war meine diesjährige TID-Fahrt in Kladovo zu Ende. Von dort fuhr ein Bus zurück nach Deutschland (Hundldorf), dann nahm mich eine Kameradin in ihrem PKW mit nach Halle, das letzte Stück mit dem Zug war dann schnell geschafft. Fazit: Die TID ist auch da, wo die Donau nicht so abwechslungsreich ist, interessant durch die verschiedenen Volksgruppen, die man unter Teilnehmern und Gastgebern trifft. Die Gastgeber sehen die Aufnahme der Teilnehmer auch als politischen Prozess, der bei uns das Verständnis für ihr Land verbessern kann. Wir waren da gut aufgehoben, bekamen abends fast jeden Tag eine warme Mahlzeit und öfter z.B. Folklore-Darbietungen von Kindergruppen. An freien Abenden sind wir öfter in Kneipen gegangen, wo Tambouritsa-Bands, die typisch für den Balkan sind, spannende Musik gebracht haben. Die Tambouritsa-Bands bestehen meist aus 7 Mann, darunter 2 Akkordeons, eine Geige, ein Bass, 3 Gitarren. Ich bin tatsächlich auch in Kontakt gekommen mit Serben, Ungarn und Bulgaren. Ich bin neugierig geworden auf die anderen Abschnitte, aber es muss nicht gleich nächstes Jahr wieder die Donau befahren. Auf alle Fälle möchte ich jedoch einmal zum Delta hin paddeln. Die Kosten? Wenig Teilnehmergebühren (Ungarn 40 €, Serbien 50 €), außerdem habe ich pro Tag noch durchschnittlich 10 € ausgegeben. Trinkfreudige brauchen allerdings etwas mehr Taschengeld. Das Teuerste war die Rückreise. Die Donau ist durchaus ein lohnendes Ferienziel für den schmalen Geldbeutel. Weitere Infos gern bei Uta |