Herzlich Willkommen beim Kanuklub Charlottenburg e.V.!

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1.Dresdner Canoe Sprintcup

1. Dresdner Canoe Sprintcup am 12.07.2020

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Ja: ihr lest richtig!:) Es gibt tatsächlich trotz Corona und der damit verbundenen zahlreichen Einschränkungen im Bereich des Sports einen Wettkampfbericht aus dem Jahr 2020, und zwar mit Erfolgen von unseren Sportler/innen. Diesen wunderbaren Umstand haben wir Heike vom BWD, dem BWD und ganz vielen anderen ambitionierten Dresdner/innen zu verdanken. #Dankeschön
Innerhalb von vier Wochen wurde ein Sprintcup im Alberthafen von Dresden auf die Beine gestellt, der den strengen hygienischen Anforderungen, die an Sportveranstalter gestellt werden, gerecht wurde. Sehr zur Freude von unseren nicht verreisten Sportler/innen und der Trainerin, der langsam die Motivationssprüche und Ideen auszugehen drohen. Aber bevor es dazukommen konnte, erreichte sie die Nachricht über diesen kleinen Wettkampf und schwupp nutzten Tapio, Matilda, Leni, Lucie, Jule, Lukas, Joni, Jonas, Lilly, Emma, Sophia, Bruno und Adrian die Chance eines „Kräftemessens“ mit anderen Kanuten.
Das Tolle an diesem spontanen 1.Dresdner Sprintcup war nämlich unter Anderem, dass alle Rennklassen angeboten wurden. Ein sehr ambitioniertes Vorhaben vor dem ich meinen Hut ziehe, aber auch unendlich dankbar bin, dass sich nicht nur Gedanken über die „großen und schnellen“ Sportler/innen und Kaderathleten gemacht wurde. Auf der LKV und DKV- Ebene hatte man in den letzten Wochen doch eher den Eindruck, dass die ehrenamtlichen Trainer/innen, die kleinen Vereine und auch die „kleinen“ Sportler/innen irgendwie zu sehen mussten wie man über die Runden kommt und wie man seine Kids motiviert und bespaßt, und zwar ohne Regatten. Hauptsache die vermeintlich deutsche Spitze kommt in die Boote und darf um die Wette paddeln. Hier in Dresden wurde viel Energie und Herzblut in dieses Projekt gesteckt, um wirklich allen Rennklassen die Möglichkeit eines Kräftemessens zu schaffen. Wie wohl total üblich bei Dingen, die man das erste Mal wagt, und zwar ganz abgesehen davon, dass auch noch Corona mitbestimmt, gab es bei dieser Premiere doch noch einige technische und organisatorische Anlaufschwierigkeiten, die zu massiven Zeitverzögerungen führten, was wiederum zur Folge hatte, dass ein paar Rennen gestrichen und die Sportler/innen durchaus 3 Stunden in ihren Booten verbringen mussten. Aber wir nahmen es mit Humor und eine interessante Erfahrung war es ja trotzdem. So hatte man auf jeden Fall eine Menge zu erzählen.

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Als wir am Donnerstag den Bus für unsere erste Regatta dieses Jahres packten, zeigte sich doch tatsächlich auch ein Vorteil der Corona-bedingten Einschränkungen: wir brauchten nur KI und die passten alle auf die zwei Busse mit denen wir uns am Samstag auf den Weg nach Dresden machten. Alles hat bekanntermaßen zwei Seiten ;)
Carola und Jens waren dann am Samstag die zwei Fahrer, die unsere kleine Sportler/innen-Auswahl nach Dresden kutschierte. Geoff und Sacha kamen ebenfalls nach Dresden allerdings zogen die beiden Sportasse das Rennrad einer schnöden Busfahrt vor. Respekt! Geoff fuhr dann auch gleich wieder mit der Bahn nach Berlin zurück, während Sacha glücklicherweise blieb und einige Filmaufnahmen vom Wettkampf machen konnte.
Erste Anlaufstelle war am Samstag der Kanuklub am Blauen Wunder, der uns eine Übernachtungsmöglichkeit bot, die wir natürlich sehr gerne annahmen. Und wenn wir schon mal an der Elbe sind, nutzten wir diesen Aufenthalt auch gleich mal für eine kleine Paddeltour. Die Elbe hat ja doch deutlich mehr Strömung als was wir so gewöhnt sind, und so hatten wir alle eine Menge Spaß und sammelten wertvolle Erfahrungen für den sonntäglichen Wettkampf. Im Anschluss an das Paddeln gab es eine leckere Pizza und die Abendgestaltung bestand wie schon das ein oder andere Mal in „normalen“ Zeiten aus einem abendlichen Fußballspiel mit verschiedenen Teams. Die letzte Teambegegnung des Abends dürfte dann die Trainerin bestimmen Also hieß es Mädchen gegen Jungs und ohne dass sich die Trainerin zu sehr selber loben musste, war das eine weise Wahl, denn schließlich hieß das Siegerteam dieser letzten sportlichen Begegnung Team Mädchen. #girlsarethebest
Dank Flutlichtanlage konnten wir bis 23 Uhr kicken und hatten sogar in Gestalt eines Fuchses ein begeistertes Publikum. Dieser Samstag war somit ein toller Tag und ein toller Start in diesen Wettkampf. Erschöpft ging es schließlich auch in die Schlafsäcke, denn um 7 Uhr war ja schon wieder Wecken angesagt, schnell Sachen packen und ab zur Einsetzstelle für den Wettkampf. Warum schreibe ich Einsetzstelle und nicht Regattastrecke? Na weil diesmal alles anders war ;) Es gab verschiedene Orte damit die Teilnehmer überschaubar räumlich getrennt waren (so wegen Corona). Daraus folgte, dass man 1000 m flussaufwärts zum Alberthafen paddeln musste. Dort absolvierte man 3-5 Rennen über 100,200 und 500 m bevor man wieder zurück zum Ausgangsort paddelte. Leider konnte ich durch dieses Konzept kein einziges Rennen sehen, aber Jens und Sacha waren als KC-Publikum im Hafenbecken anwesend und auch unsere treuen Fans Renate und Ingeborg statteten unseren Aktiven einen Besuch am Wettkampfbecken ab.
Ganz ungewohnt lag ich also zwischenzeitlich einfach auf der frisch gemähten Wiese und beobachtete statt unserer Sportler die Schafe gegenüber am anderen Elbufer. Andere Zeiten, andere Erfahrungen. Die technischen Schwierigkeiten führten dann zu den bereits erwähnten Zeitverzögerungen, die durch das Zwei-Orte-Konzept dazu führten, dass die Aktiven statt 90 Minuten auch mal 2-3 Stunden im Hafenbecken kreisten bevor der nächste Start stattfand. Jetzt weiß die Trainerin auf jeden Fall, dass die alle so lange sitzen können ohne zu kippen
Aber natürlich gab es trotzdem eine kleine Schwimmeinlage, wäre sonst ja auch doof. Jonas war gleich als allererster Sportler der gesamten Regatta auf dem Steg und so ambitioniert und wohl auch etwas aufgeregt, dass er gleich mal statt ins Boot in die Elbe sprang. Dieses geschickte Einstiegmanöver versuchte er dann gleich noch mal zu wiederholen, was ihm allerdings misslang und so sprechen wir in Fachkreisen von einer Anderthalbfachen Kenterung Sichtlich erfrischt, machte sich Jonas dann aber doch noch auf den Weg zum Start und wurde dorthin netterweise von Leni und Lukas begleitet. Das diente wohl vor allen Dingen zur Beruhigung der Trainerin, die sich doch ein wenig Sorgen um ihren Schützling machte. Am Ende ging alles gut und alle kamen einige Stunden später wieder am Steg gegenüber der Schafswiese an.
Erfolgreich waren wir auch! Bruno hat den internen Zeitkampf gewonnen, indem er mit Abstand am Längsten im Boot saß. Stolze dreieinhalb Stunden hielt er es in seinem Rennkajak aus. Lilly wurde auf der kurzen 100m Strecke Dritte. Lukas machte es seiner kleinen Schwester gleich und erreichte ebenfalls den dritten Platz in der männlichen Jugend, wobei er dies auf allen Strecken schaffte. Tapio rundete dieses tolle Ergebnis mit einem zweiten und einem dritten Platz ab bei den Herren LK ab.
Und schon ging es wieder ab nach Berlin.

Carola

Surfski 2019

Surfski 2019

Klampenborg, Rerik, Warnemünde, Neubrandenburg

 

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Ein aufregendes Jahr geht zu Ende, wir stecken schon wieder in vollen Zügen im Wintertraining für die Saison 2020, und ich schulde euch noch einige Berichte der alten Saison 2019. Aber schließlich heißt es ja auch: Was lange währt, wird endlich gut, und so teile ich natürlich voller Freude und Wehmut auch noch den Rest des Jahres gerne mit euch.

Wie bereits seit einigen Jahren versuchen wir unseren KC-Kids nicht nur den Weg für eine erfolgreiche und spaßige Rennsportkarriere zu ebnen, sondern neben dem Paddeln auf schnödem, meist glatten sogenannten Flachwasser wollen wir ihren Horizont um mögliche andere Facetten unseres tollen Sports erweitern und so nehmen wir einige Kids immer mal mit aufs Meer und zeigen ihnen das Surfski paddeln. Inzwischen sind es erfreulicherweise eine Menge der Jugendlichen denen wir zutrauen die durchaus langen Rennen und teilweise schwierigen Paddelbedingungen zu bewältigen, ohne dass ich ununterbrochen Angst um die Schäfchen haben muss. Lang heißt in diesem Kontext 20 km und schwierig heißt eine Windstärke von 4-5 mit den entsprechenden Wellen.

Aber bevor ich zu den wirklich unvergesslichen Erlebnissen mit unseren Jugendlichen komme, sei ein kleiner Ausflug ohne Kids erlaubt. Zunächst wagten Sacha und Carola sich nämlich jeweils alleine aufs Meer. So hieß das Ziel am Pfingstwochenende Klampenborg in Dänemark. Ich weiß, dass man schnell vergessen kann, dass Carola auch noch selbst aktive Sportlerin ist, und so war diese kleine Fahrt nach Klampenborg tatsächlich der einzige Wettkampf den sie als reine Sportlerin besuchte. Natürlich mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

Witzigerweise kamen wir dann nach Fähr- und Autofahrt endlich am Strand in Dänemark an, trafen auf einige Surfski-Paddler aus Rostock, die uns tatsächlich mit der Frage begrüßten: “Ihr auch wieder mit den ganzen Kids hier? Das ist ja toll.” Und schon tränte das Auge ganz kurz, aber schon hieß es umschalten auf Wettkampfmodus. Uns erwartete ein tolles Downwindrennen, mit einer Toporganisation und wunderbaren Wellen. Weiteres Highlight der ganz anderen Art war das von Arne Jakobsen gestaltete Vereinsgebäude. So hatte diese Fahrt nach Dänemark für Sacha und Carola sowohl sportliche Herausforderungen als auch kulturelle Höhepunkte zu bieten. Am Ende waren wir beide mit unserem Rennen und der jeweils gezeigten Leistung sehr zufrieden; was Platz 3 für Carola bei den Damen auch bestätigte.

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Kulinarisches Highlight der Reise war dann mal wieder ein Burger, und zwar in demselben Laden in dem wir zwei Wochen zuvor anlässlich unserer Malmöreise waren. Und schon waren die Gedanken dann doch wieder bei den daheimgebliebenen jungen Sportler/innen. Carola reiste ja zum Glück das restliche Jahr nicht mehr ohne ihre Schäfchen, so dass die wehmütigen Gedanken keine Chance mehr hatten :)

Während die Rennsportgruppe samt Carola zur Ostdeutschen Meisterschaft in Brandenburg waren, schwang sich Sacha auf sein Fahrrad und rauschte zur Ostsee um am Rennen in Rerik teilzunehmen. So ganz ohne die restliche Truppe. Auch dieser Wettkampf bot tolle und anspruchsvolle Bedingungen fürs Surfski paddeln, so dass Sacha sehr zufrieden mit seiner Fahrt nach Rerik war und mit seinem dort gepaddelten Wettkampf.

Direkt an unser inzwischen traditionelles Sommertrainingslager am Mellensee schloss sich Ende Juli mit dem Ostseecup in Warnemünde der nächste Wettkampf in Surfskis auf der deutschen Ostsee an. Und der hatte es in vielerlei Hinsicht wirklich in sich. Aber fangen wir doch ganz traditionell von vorne an, und zwar mit allen Beteiligten dieses wirklich tollen Wochenendes. Sacha, Carola, Henny, Jens, Sophia, Adrian, Fabian, Tom, Peter, Leni, Lucie, Marie und Matilda machten sich auf den Weg nach Warnemünde, um sich mit den Gegnern zu messen und die Ostseewellen zu bezwingen. Es erwarteten uns bereits am Freitag einige schöne Wellen zum trainieren und vor allen Dingen um einschätzen zu können, wer am nächsten Tag tatsächlich den Kampf aufnehmen sollte. Die Damen Marie, Matilda und Henny entschieden sich gegen die Teilnahme am Wettkampf; eine vernünftige Entscheidung, da für Samstag wirklich taffe Bedingungen angesagt waren. Für Sophia und Leni, die ansonsten aus Sicht ihrer Trainerin ebenfalls nicht hätten starten dürfen, hatten wir eine tolle Lösung gefunden. Peter und ein weiterer befreundeter Surfskifahrer liehen uns jeweils einen Zweier, so dass Sacha und Carola sich jeweils eine der beiden hinten in den Surfski setzen wollten, um sich den Wellen gemeinsam zu stellen. Jens stellte seinen Startplatz großzügigerweise Peter zur Verfügung, so dass wir zwar mit einer kleineren Delegation, aber immer noch mit einer beachtlichen Zahl KCern an den Start gingen. Dabei kämpften Adrian, Tom, Fabian, Peter und Lucie in der Gruppe der Einerfahrer um Ruhm und Ehre; Sacha und Sophia wollten die Mixedklasse aufmischen und Carola und Leni waren der einzige Damenzweier am Start, leider allerdings nicht im Ziel, aber dazu gleich mehr.

Die Wettervorhersage hatte an diesem Wettkampfsamstag nicht zu viel versprochen, und so türmten sich bei strahlendem Sonnenschein einige schöne Wellen zum Surfen auf. Vor dem Start trafen wir noch einige Sicherheitsmaßnahmen damit alle ein schönes und spaßiges Rennen absolvieren konnten. Neben vorgegebener Leash, Schwimmweste und Handy heißt das auch noch die passenden Worte zu finden, die verhindern sollen, dass sich jemand überschätzt und damit jeder weiß, was im Notfall zu tun ist, denn im Zweifel heißt es natürlich immer: Mensch vor Material!

Am Ende waren es nur Leni und Carola, die sich an diesen Leitspruch halten mussten. Aber bevor ihr diese spannende Geschichte hört, wird erstmal gestartet. Wir schwangen uns also alle auf unsere Surfskis und warteten auf das Startsignal und schon ging es ca 2 km gerade aufs Meer um eine Boje herum, damit man im Anschluss eine gute Linie hat, um Wellen in Richtung Ziel abzusurfen. Dieses befand sich dann nach ca 18 km am Strand von Kühlungsborn. Allen gelang der Start und so machte sich die KC-Delegation auf die Wettkampfstrecke in Richtung Kühlungsborn. Es folgt der Erlebnisbericht von Carola und Leni, aus der Sicht von Carola, die vorne im Ski saß.

“Wir starteten ganz ruhig, da ich vor allen Dingen ein lustiges und tolles Rennen mit Leni haben wollte. Schließlich war es ihr erstes und mein erstes im Zweier. Ich erwartete hohe Wellen im Zielbereich, so dass ich nicht zu viele Körner auf dem Weg verschleudern wollte. Wir paddelten unseren ruhigen Schlag, und ich fuhr eine weite Spur zur Boje um jeden Tumult bei der Wende aus dem Weg zu paddeln. Weit gefehlt. Kurz vor der Wendeboje kracht es laut, und wir wurden hinten am Boot von einem männlichen Surfskiduo gerammt, das sogleich Opfer einer leicht erbosten Carola wurde; vollkommen zu recht natürlich. Aufgrund meiner weise gewählten Worte begleiteten die Herren uns dann auch zum Strand zurück, was uns leider nicht mehr auf dem Surfski sitzend gelang. Als mein Garmin nur noch 5 km/h anzeigte, obwohl ich mir die Schulter beim Paddeln ausriss, drehte ich mich um und stellte fest, dass Leni im Wasser saß. Ich sagte also nur noch: Jetzt, Leni ist es soweit, wir schwimmen; dreh dich nicht um, achte nicht auf mich oder das Boot oder dein Paddel. Schwimm. Das machte sie dann auch. Ich blieb noch kurz bei unserem sinkenden Schiff und schwamm dann, allerdings deutlich schlechter als Leni, ebenfalls an Land. Einige andere Sportler halfen uns mit dem Boot, so dass wir dieses schließlich auch am Strand liegen hatten. Im Gegensatz zu uns war es allerdings nicht heil und gesund. Jetzt hieß es schnell Henny anrufen damit sie uns im Bus mit zum Ziel nehmen konnte. Das klappte glücklicherweise, so dass ich dort mit lachendem und weinendem Auge unsere anderen Sportler bei ihrer Zieleinfahrt bewundern konnte und die Eltern Henny und Jens beruhigen konnte, die angesichts der Wellen, doch etwas Angst um ihre Babies hatten.

Ein weinendes Auge gab es, weil ich das Rennen unbedingt paddeln wollte und es schwer fällt, wenn man unverschuldet aus dem Rennen gerissen wird, aber das lachende Auge freute sich über tolle Leistungen der anderen Kids und über ein unvergessliches Erlebnis mit Leni. Ich denke wir beide werden noch lange über unsere Crashfahrt schmunzeln können und sie nicht so schnell vergessen.”

Abends saßen wir dann alle zusammen am Grill beim Rostocker Kanuverein, wo wir seit einigen Jahren immer sehr nett unterkommen und sinnierten über die Erlebnisse und Erfolge des Tages. Schließlich gewannen Sacha und Sophia sowohl die Mixed-Wertung als auch die interen KC-Wertung. Was für ein toller Tag!

Am Sonntag gab es dann auch noch für alle eine Surfskilehrstunde bei einem der besten Surfskipaddler der Welt, und so war es wirklich ein faszinierendes und lehrreiches Wochenende als wir uns nach einer weiteren kleinen 10 km Paddelrunde wieder auf den Weg in Richtung Heimat machten.

Glücklicherweise gab es in diesem Jahr keine Terminüberschneidung zwischen dem Outrigger/Surfskirennen in Neubrandenburg und einer Rennsportregatta und so konnten wir am 14.09. tatsächlich an einem weiteren Surfskirennen teilnehmen. Adrian, Leni, Matilda, Tom und Lucie schlossen sich Sacha und Carola an. Das hieß morgens los, mittags 18 km Rennen auf den Tollensesee in Neubrandenburg paddeln und abends wieder zurück. Und um es schon mal vorweg zu nehmen: Das war ein rundum toller und quasi perfekter Tag mit Spaß, viel Lachen, sportlicher Herausforderung, Harmonie, einfach rundum schön. Dankeschön an alle Beteiligten!

Dieser kleine aber feine Wettkampf findet zwar nicht auf dem Meer statt, kann aber durch eine nette und sportlerorientierte Organisation überzeugen. Am Ende des Wettkampfjahres trifft sich hier ein großer Teil der deutschen Oceansportgemeinschaft, es gibt Essen und Trinken und tolle Preise und der Tollensesee kann durchaus wellig sein. Das Schöne aus meiner Sicht war, dass hier drei Runden gepaddelt werden, und so auch unsere Surfskianfänger wie Leni und Matilda die Möglichkeit hatten, sich der Herausforderung zu stellen. Bei Runden gibt es ja jederzeit die Möglichkeit aus dem Wettkampf auszusteigen. Allerdings war das gar nicht nötig, denn alle kämpften tapfer und schafften es ins Ziel. So standen am Ende Carola, Lucie und Leni auf dem Podium bei den Damen und Tom wurde Dritter bei den Herren. Besonders erfeulich war an diesem Tag auch, dass der Veranstalter noch mal besonders die Leistung der Kids gewürdigt hat, denn es gibt quasi niemanden im Oceansport der mit Jugendlichen an den Wettkämpfen teilnimmt und sie mit aufs Meer gibt. Es ist schön zu erleben, dass das gesehen wird und die Leistung der Kinder einmal besonders hervorgehoben wird. Allein aus diesem Grund hat sich dieser durchaus anstrengende Tripp für Carola und ihre Paddelkids, wie wir liebevoll in den Oceansportkreisen genannt werden, gelohnt. Ich sage den Kids ja auch immer wie toll sie das machen und wie stolz sie sein können, aber das sie es mal von lauter Fremden gehört haben, lässt es wohl doch langsam realer werden. Dafür danke ich den Veranstaltern dieses Wettkampfes sehr, und ich hoffe, dass wir auch 2020 wieder teilnehmen können.

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Nach der Siegerehrung, leckerem Essen und ein paar kurzen Unterhaltungen mit einigen bekannten Gesichtern stiegen wir alle wieder in unser KC-Mobil und rauschten auf der Landstraße wieder zurück nach Berlin; alle glücklich, zufrieden und erschöpft. Ich teilte diese Gefühle mit allen Beteiligten, aber es gesellte sich noch große Dankbarkeit dazu: riesige Dankbarkeit für Sacha, der obwohl er nicht selbst paddeln konnte den Vorschlag zu diesem Ausflug machte; Dankbarkeit für die tolle Buscrew; Dankbarkeit für die unglaubliche Würdigung meiner Arbeit durch die anderen Oceansportler und Dankbarkeit dafür, dass meine Sportler/innen alles mit machen, offen sind für unsere Vorschläge und diese Momente mit mir teilen.

Das war zwar ein sehr kurzes Surfskijahr, aber dennoch ein sehr aufregendes, spaßiges und und und….Danke!

Carola

Berliner Meisterschaft 2019

Berliner Meisterschaft

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Nachdem es Anfang des Jahres noch eine Terminüberschneidung zwischen der Regatta in Jena und der Berliner Meisterschaft in Grünau gab, löste sich dieses vermeintliche Problem leider dadurch, dass Jena vom Veranstalter abgesagt wurde. Somit konnten wir in diesem Jahr mal wieder an der BM teilnehmen, die schon in den Jahren davor das ein oder andere Mal Opfer von Terminüberschneidungen wurde. Vorteil daran ist der kurze Weg und dass Eltern, Freunde und Familie unsere Helden auch mal live bewundern können, was sie auch zahlreich taten. Dankeschön! Es ist immer schön viel Besuch und viele Zuschauer an der Strecke begrüßen zu können.

Großer Nachteil an Grünau ist die Strecke und die katastrophalen Bedingungen, die diese zu bieten hat. Ganz grünaumäßig erwartete uns am Samstag auch gleich eine steife Brise Wind, einige Motorboote und eine Menge Wellen, die durch die beidseitigen Spundwände glücklicherweise auch den ganzen Tag blieben. Diesen unspaßigen Bedingungen fiel dann leider Emma im KI zum Opfer und das obwohl sie entspannt den Zwischenlauf erreicht hätte. Schade!

Aber fangen wir mal wieder von vorne an, denn schließlich beginnt jede Regatta mit dem Bootstransport :) Da Jens, unser sonst so fleißiges Helferlein, diesmal tatsächlich mal nicht abkömmlich war, fuhren Sacha und Carola am Freitag alleine nach Grünau, um den Hänger schon mal zu platzieren, den Pavillon aufzubauen und den Bus zu entladen. Erfreulicherweise eilte Fabian, der ja inzwischen auf dem Sportinternat in Grünau zu Hause ist, schleunigst auf seinem Rad herbei und half uns. Eine ebenso große Hilfe waren dann am Samstagmorgen Tim und Lucie, die sich den gesamten Vormittag als Motorbootfahrer und Starthelferin zur Verfügung stellten. Ein dickes Dankeschön auch dafür. Ohne all die Helfer am Rande kann eine Regatta nunmal nicht funktionieren, so dass es mich sehr gefreut hat, dass es überhaupt kein Problem war, Helfer aus unseren Reihen zu finden. Ich weiß, dass das nicht selbstverständlich ist, seinen Samstag im Sinne und Dienste anderer zu verbringen.

Damit wir nicht all zuviel hin- und her Gefahre haben, auch wenn der Weg nicht zu weit ist und weil wir auch einfach gerne den Abend gemeinsam verbringen, haben wir uns angewöhnt die Nacht von Samstag zu Sonntag in Grünau zu verbringen. Dafür stand uns glücklicherweise wieder die Wiese von GK90 zu Verfügung. Das war wieder sehr schön, nett und lustig. Vor allen Dingen auch, weil man Billard spielen und kickern kann. Aber natürlich wurde auch dem traditionellen Kartenspielen nachgegangen. Irgendwie alles wie immer und doch immer wieder anders, neu, aber in jedem Fall immer ein absolutes Vergnügen.

Was gibt es vom sonstigen Regattageschehen zu berichten? Die Bedingungen waren erwartungsgemäß sehr unschön, aber immerhin schien die Sonne und man brauchte keine Skiunterwäsche. Unsere Sportler/innen kamen eigentlich ganz gut mit den Wellen zurecht, aber dennoch schaukelten diese den ein oder anderen dann doch aus dem Boot oder schubsten unsere Kids von den Sitzen. Aber was soll ich sagen, wir machen nun mal nicht Hallenmikado und das Wetter, Wind und Wellen gehören bei uns einfach zu den Dingen, die man lernen muss zu beherrschen, zu ignorieren oder sonst irgendwie lernen damit zu leben.

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So schlecht machte das der Großteil unserer Sportler/innen dann schließlich doch nicht, so dass wir am Ende der Regatta eine Menge guter Platzierungen und auch einige Medaillen auf unserem Konto verbuchen konnten. Es gab Siege zu feiern, wobei der Sieg von Tapio gemeinsam mit Eric bei den Herren LK wohl besonders erfreulich war. Schließlich musste Tapio lange auf diesen Sieg warten und Eric paddelt die erste Saison für uns und damit für einen Berliner Verein, was überhaupt erst die Tür für das Erringen eines Berliner Meistertitels öffnete. Besonders begeisterten mich die kreativen Aufwärmübungen unserer Aktiven. So bauten die Schüler eine menschliche Pyramide und unsere Mädels erfanden eine Abklatschperformance, die nicht nur den Teamgeist heraufbeschwört sondern auch schön anzusehen ist.

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Das Schönste an der BM in Grünau ist eigentlich immer wieder die Gemeinschaft und die positive Sicht auf die Wellen, das Wetter und auch das ein oder andere Chaos am Rande des Wettkampfes. Immer wieder stelle ich fest, dass wir einfach gemeinsam Spaß haben, uns zwar komme was wolle. Und zumindest hat mir bereits ein Kind die Berliner als einen der schönsten Wettkämpfe dieses Jahres ins Ohr geflüstert und was braucht es mehr auf der Welt als zufriedene und glückliche Kinder.

Carola

Malmö und Mittweida

Malmö und Mittweida

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Nachdem die Große Brandenburger nur von einer kleineren Delegation unserer Sportler/innen besucht wurde und die Jugendregatta in Heiligensee nur den Sportler/innen bis zur Jugendklasse vorbehalten ist, stand mit der Sprintregatta in Mittweida endlich der erste Wettkampf für wirklich alle aktiven Rennkanuten und -kanutinnen des KC auf dem Programm.

Aber bevor ich zu einer der beliebtesten Regatten auf unserem alljährlichen Rennplan komme, möchte ich noch einen kleinen Abstecher nach Schweden machen. Ganz nach dem Motto „Wer rastet, der rostet“ versuchte ein Teil unserer Aktiven in diesem Jahr mal wieder etwas Neues und nutzte das freie Wochenende zwischen der Heiligenseeregatta und Mittweida für die Teilnahme am 24 Stunden Malmö Rennen. Dabei hat man von 9 Uhr Samstagmorgen bis 9 Uhr Sonntagmorgen Zeit so viele Runden wie möglich um einen auf einer Insel gelegenen Teil der Malmöer Innenstadt zu paddeln. Die Runde beträgt ca 4,3 km, und es gibt noch den sogenannten Return (ca 750m), den man absolviert, wenn man die Runde zum Kanuklub Malmö hin verlässt. Pausen darf man machen wie man möchte, essen, trinken, schlafen, durchpaddeln: alles ist möglich! Für 60 km gibt es das Bronzeabzeichen, für 120 km Silber und wer 180 km schafft, erringt ewigen Ruhm und das goldene Abzeichen.

So ging es mit viel Neugier, Vorfreude, der perfekten Musikplaylist, großen Träumen und riesigen Ambitionen am Donnerstagabend auf die Fähre nach Schweden. Mit von der Partie waren Jens, Thomas, Eric, Sacha, Leni, Sophia, Marie, Lucie, Adrian, Samer, Tom, Fabian und Carola, die schon mit Freude, aber auch Sorge, ob alles klappt und ihre Schäfchen diesen anstrengenden Ritt in Hinblick auf die bevorstehende Saison gut vekraften, auf die Reise nach Malmö ging.

Und um den aufgeregten Leser schon mal zu beruhigen, gibt es die Auflösung vorne weg. Es hat alles ganz wunderbar funktioniert, und ich kann mich nicht erinnern, wann ich schon einmal so voller Stolz und Respekt für meine Sportler/innen war. Diese Fahrt nach Schweden mit diesem witzigen Rennen ist eines der tollsten und lohnenswertesten Events, die wir bis jetzt gemeinsam mit den Kids unternommen haben. Es ist jetzt gerade sehr schwierig die treffenden Worte zu finden, die auch nur annährend an das Erleben heranreichen, und ich muss erkennen, dass man irgendwie dabei gewesen sein muss oder ich einen Kurzroman schreiben müsste, um alles einzufangen. Nicht nur die sportliche Leistung aller Beteiligten war schier unglaublich: 1x Gold, 5 x Silber, 7 x Bronze und zusammen sind wir 1293 km gepaddelt, weiter als der Rhein lang ist.

Es waren auch die Leichtigkeit und der Spaß mit dem alle diese vielen Runden und Returns (Tom immerhin 24) absolvierten, eine Menge Erkenntnisse bei Trainerin und Sportlern, die wir positiv in diese Saison mitnehmen werden, die Malmö so unglaublich gemacht haben. Und so kann ich an dieser Stelle nur davon berichten, dass wir viel Lob und tolle Worte von unseren Mitstreitern aus Schweden und Dänemark erhalten haben, sowohl über die Stimmung in unserer Gruppe, als auch für unsere gute Paddeltechnik und die gepaddelten Leistungen. Auch dafür bin ich sehr dankbar. Wenn man immer gegen die deutsche Rennsportspitze paddelt, vergisst man schnell wie gut man eigentlich ist, wie toll man paddelt und wieviel dieser Sport einem zu bieten hat. Wir haben ein großartiges Gemeinschaftsgefühl unter uns und allen Teilnehmer/innen erlebt, hervorragende sportliche Leistungen gezeigt, viel gelacht, auch einige sportlich Tiefpunkte durchlebt, total leckere Burger gegessen und Steine über die Ostsee geflitscht. Mehr als diesen kleinen Einblick kann ich euch an dieser Stelle leider nicht geben, denn Zeit und Worte fehlen mir. Ich habe keine Sekunde bereut, dass wir uns für diese Fahrt nach Schweden entschieden haben.

Von etwas total Neuem für uns alle ging es ein Wochenende später, wie bereits angekündigt, zu etwas total Bekannten, aber deswegen nicht weniger Spannenden und Spaßigen. Am 24.05. brachen wir mal wieder mit einer riesigen Truppe in Richtung Mittweida auf, um auf der kalten Zschopau mit anderen Rennkanuten um die Wette zu sprinten. Das war mal wieder eine logistische Herausforderung an die Organisatorin. Schließlich hieß es eine Menge Menschen- und Bootsmaterial heil nach Mittweida zu transportieren, aber natürlich klappte das alles wieder ganz hervorragend. Allerings auch nur dank meines tollen Hängerladeteams Sacha und die Herren Junioren, die tatsächlich noch 2-3 Boote mehr auf den Hänger zauberten, und schon rollte der ganze Tross mit viel Vorfreude, Sonnenschein, Süßigkeiten und Spaß zum SKSV Mittweida, um dort für zwei Nächte sein Zeltlager aufzubauen. In der Küche fehlte diesmal leider Angelika, aber vorbildlich hatte sie ein Ersatzteam zusammengestellt, das ebenfalls ganz hervorragend dafür sorgte, dass wir nicht verhungerten. Neben einer leicht geschwächten Küchencrew hatte auch die Altersklasse einige krankheitbedingte Ausfälle zu verzeichnen, aber dennoch gelang durch viel Einsatz und Energie, ohne dass sich jemand geschont hätte, die fulminante Verteidigung des Altersklasse-Gesamtsieges. Applaus, Applaus, Applaus!

Überhaupt ließ sich die Gesamtleistung unserer Mannschaft sehen. Es wurden viele Siege und Medaillen aus der Zschopau gefischt. Von den Schüler B bis zur Altersklasse paddelten wirklich alle mit viel Spaß und Ehrgeiz jedes einzelne Rennen, so dass wir zu Weihnachten wieder tolles Bildmaterial präsentieren können. Mittlerweile gehören wir auf diesen etwas kleineren Regatten zu den besten und erfolgreichsten Vereinen. Auch das ist eine tolle Leistung, erinnere mich doch genau an unser erstes Mal Mittweida, wo noch kein Kind ein Finale erreichte. Damals waren es 11 Kinder, die am Ende alle eine von mir gewonnene Medaille um den Hals hängen hatten. Inzwischen gewinnen alle ihre Medaillen selbst und der Spaß, den wir schon beim ersten Mal Mittweida hatten, ist geblieben. #ohnespaßkeinerfolg

Die pure Anzahl von 35 Aktiven macht es mir natürlich unmöglich jeden einzelnen Erfolg, jede Platzierung an dieser Stelle aufzuschreiben; geschweige denn, dass ich alles im Kopf habe, auch wenn ich mich stets bemühe jedes Rennen zu sehen. Und nur wenn ich selber paddel tatsächlich mal was verpasse. Manchmal gibt es aber doch Rennen, die einem einfach im Kopf hängen bleiben. So geht es mir mit der Staffel unserer Schülerinnen B Paulin, Luisa, Lilly und Emma. Diese vier Paddelanfängerinnen, die nicht zu den größten und kräftigsten in ihrer Rennklasse zählen, haben mich total begeistert als sie die richtige Coolness, eine gute Taktik, gute Staffelstabübergaben, einen tollen Mannschaftsgeist und Spaß bei ihrem gemeinsamen Staffelrennen hatten und so die Konkurrenz schockten und mich mit einem sehr knappen Sieg total begeisterten. Ganz Toll!

Auch die Staffel der Herren Junioren mit Adrian, Fabian, Samer und Tom ist bei mir besonders stark im Kopf hängen geblieben. Die vier Jungs paddelten ebenfalls einen Sieg für den KC ein. Nach einer klaren Führung verpatzten sie die Stabübergabe dermaßen, dass alles verloren schien, aber niemand gab auf und so kämpften sie sich wieder an das Feld heran und siegten am Ende dennoch. Begeistert haben mich natürlich alle Rennen und alle unsere Sportler/innen. Vor meinem inneren Auge sehe ich sie alle die Zschopau herunterpaddeln, mal vorne weg und mal auch nicht, mal schwimmt jemand; aber eines haben sie am Ende alle gemeinsam, wenn sie wieder am Steg anlegen: Sie lächeln. Das ist schließlich auch das einzige, was wirklich zählt: Spaß muss es machen.

Carola

Heiligensee 2019

Heiligensee-Regatta

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Wie bereits im Bericht zur Großen Brandenburger angekündigt, stand uns ein voller Regattaplan im Mai/Juni bevor, so dass wir tatsächlich jedes Wochenende in Regatten-Paddelaction waren. Warum erwähne ich das? Natürlich als kleiner Hinweis, dass ich mit dem Schreiben der Berichte einfach nicht hinterherkomme. Ganz verrückte Welt, ich gehe zwischendurch tatsächlich noch arbeiten, will euch aber selbstverständlich trotzdem über unsere tollen Erlebnisse, den Spaß, die Harmonie, die schnellen Rennen und unsere tollen Sportler/innen auf dem Laufenden halten. Das passiert hier in diesem Augenblick wieder, aber halt mit einem klitzekleinen Zeitverzug :-)

Am 11.05. und 12.05. war die Anreise nicht das allzu große Problem, da es nach Heiligensee zur Jugendregatta mit integrierter Berliner Langstreckenmeisterschaft ging. Auf diesem Wettkampf traten am Samstag nur die unter 17jährigen an, also alles bis einschließlich Jugend und im Gegensatz zur Großen Brandenburger nahmen an diesem Berliner Wettkampf alle unsere Sportler/innen teil, was zu einem klitzekleinen logistischen Problem führte: Der Hänger war zu klein für alle benötigten Boote. Aber glücklicherweise war ganz schnell eine Lösung parat: Adrian, Samer und Tom paddelten unter fachmännischer Anleitung von Sacha ihre Boote vom KC nach Heiligensee. So wurden gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen. Die Jungs absolvierten ihre Trainingseinheit und gleichzeitig gelangten ihre Boote zum Wettkampf. Also eine dieser berühmten Win/Win-Situationen. Schön, wenn mal was läuft!

Die restlichen Boote passten dann auf den Hänger, den Sacha, Jens und Carola bereits Freitagnachmittag nach Heiligensee brachten, damit Samstagfrüh alles bereit steht und niemand morgens womöglich noch auf den Hänger und sein Boot warten muss. Wie immer gilt mein ganz besonderer Dank Sacha und Jens, die sich ganz selbstverständlich den Freitag für den Bootstransport frei hielten und ihre Hilfe anboten. Dankeschön meine tollen Kerle!

Für unsere jüngeren und noch nicht so lange aktiven Kinder, die noch nicht in Brandenburg am Start waren, war die Heiligenseeregatta der erste auf dem Wasser ausgetragene Wettkampf der Saison 2019. Da ist die Aufregung natürlich gleich doppelt so hoch bei Sportler/innen und Trainerin. Diese ungewisse Aufregung verwandelte sich glücklicherweise sehr schnell in Freude über tolle Leistungen, Spaß an schönen Rennen und Begeisterung über hervorragende Platzierungen.

Gerade unsere Schüler/innen B Mannschaft schlug sich ganz ausgezeichnet bei ihrem 1. Wettkampf und ließ das ein oder andere Mal ihre Gegner stehen. Joni, Mika, Emma und Paulin erreichten in ihrer jeweiligen Altersklasse im KI über 500m das Finale. Jonas musste zwar nicht über die Vorläufe wie die Anderen konnte dafür aber gleich einen Doppelsieg im KI über 500 und über 2000m einfahren und mit Joni im KII der AK11 einen tollen 3.Platz erpaddeln. Das gelang dann auch noch Max und Mika im KII der AK12, genauso wie Lilly und Emma bei den Mädchen in dieser Altersklasse. Unsere vier Schülerinnen B Lilly, Emma, Luisa und Paulin konnten gleich zwei dritte Plätze im KIV über 500 und über 2000m auf ihrem Konto verbuchen.

Bei unseren Schüler/innen A und der Jugend gab es keinen solchen Medaillenregen, aber zufrieden können trotzdem alle mit ihren gezeigten Leistungen sein und Spaß hatten wir allemal. Gerade in der Schüler A Klasse sind die körperlichen Unterschiede doch immens und entscheidend für gute Leistungen und wenn man dann noch gegen die Auswahlmannschaften des Kanuteam Berlin antreten muss, ist es doppelt schwer. Also Kopf hoch Bruno, Tobi, Tim, Malte, Mads, Leni und Alina!

Lukas, Lucie D. (aus Cottbus) und Sophia paddelten in der Jugend über 500 m im KI ins Finale, dort schrammte Lucie mit einem vierten Platz knapp an der ersehnten Medaille vorbei. Diese holten sie sich dann aber mit Sophia im KII über 500m und auch mit Alina und Leni im KIV war unser Neuzugang aus Cottbus mit einem zweiten Platz erfolgreich.

Am Sonntagnachmittag standen dann die 2000 bzw 4000m auf dem Programm, bei denen wie bereits erwähnt auch einige Medaillen gesammelt wurden. Jetzt kamen auch unseren Herren und Damen der Junioren und der LK zum Einsatz. Lucie und Marie bildeten das Starterfeld bei den Juniorinnen und waren dementsprechend natürlich erfolgreich ;) Tapios Strecke ist die 4000m immer noch nicht und unsere Junioren Tom, Fabi, Adrian und Samer konnten gar nicht voneinander lassen und kamen genau in dieser Reihenfolge nach 4000m ins Ziel. Leider war doch noch einer vor unseren Jungs, so dass wir keinen Berliner Meister erringen konnten. Aber was soll`s : Gewinnen ist nicht alles #ohnespaßkeinerfolg

Es war mal wieder eine sehr gelungene Regatta und das liegt vor allen Dingen an allen Beteiligten. Dankeschön.

Am Ende fuhr der Hänger wieder vom Gelände des HKC und Tom, Samer, Adrian, Tapio und Sacha schwangen sich in ihre Boote, um wieder nach Hause zu paddeln.

Carola

Große Brandenburger

Große Brandenburger 2019

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In diesem Jahr steht uns ein ereignisreicher Mai bevor, wo wir jedes Wochenende auf Regatten unterwegs sind: ach so schön ist das Kanutenleben!

Unser vollgepackter Mai begann direkt am 01.Mai; an dem wir zunächst noch einige neue Boote mit einer Taufe ganz offiziell ihrer Bestimmung übergaben. Diese stand in diesem Jahr ganz im Zeichen der Zahl 7. Sieben heißt die neue Baureihe der zu taufenden Boote, Taufpaten waren drei der sieben Mitglieder des Ältestenausschusses und Namensgeber waren die sieben Zwerge; also eine rundherum stimmige Sache und auch eine rundherum stimmungsvolle Taufe. Vielen Dank an dieser Stelle an die Paten, die Paddler und die Mitglieder, die unsere neuen Boote auf ihre hoffentlich lange, spaßige und erfolgreiche Reise geschickt haben.

Aber der aufmerksame Leser wird bereits gemerkt haben, dass es in diesem Bericht ja gar nicht um die Taufe gehen soll, sondern um eine Regatta; nämlich die “Große Brandenburger”! Und so geht nicht nur dieser Bericht an dieser Stelle weiter, auch wir machten gleich nach der Taufe weiter und machten uns auf den Weg nach Brandenburg, um Zelte aufzubauen und so unseren Stammplatz zu sichern. Das gelang Tom, Adrian, Fabian, Samer, Eric und Carola ganz gut, so dass wir uns eine kleine Stärkung in einem Burger-Schnell-Restaurant mehr als verdient hatten, bevor wir zunächst die Reise zurück nach Berlin antraten, wo noch der Hänger auf sein Beladen wartete. Richtig offizielle Anreise mit Sack und Pack und Kindern und Booten und Taschen war nämlich erst der 2. Mai.

Am Donnerstagmittag auf den Sattelplatz gerollt, begann auch gleich das ganze Regattagetümmel und die Arbeit. Boote abladen und verwiegen. Im Anschluss heißt es einpaddeln gehen und dann darf gegessen werden; Zähne putzen, pullern und ab ins Bett! Schließlich gehört die Große Brandenburger zu den anspruchsvolleren Regatten, wo man schon sein ganzes Können auspacken muss, um das Finale nicht nur von der Tribüne aus zu sehen. Die Anspannung war auch bei der Trainerin groß, da man hier dann doch erkennen kann, wo wir stehen und wie die Chancen bei der Ostdeutschen und der Deutschen Meisterschaft stehen, einen der begehrten Endlaufplätze zu erreichen. Und eins kann ich hier schon mal zaghaft äußern: Die Chancen stehen gut :)

Unsere beiden Damen Juniorinnen Lucie und Marie waren zwar noch deutlich von krankheits- und abiturbedingten Trainingsausfällen gezeichnet, schlugen sich aber dafür schon wieder ganz gut. Ein, zwei Kilo Muskelmasse fehlen den Beiden im Vergleich zu ihrer Konkurrenz, aber daran kann man ja ganz leicht arbeiten. Auch Leni und Sophia gehören eher zu den Leichtmodellen in ihren Altersklassen und hatten dementsprechend mit den kräftigen Winböen und den kräftigen Gegnerinnen hart zu kämpfen. Schwer begeistert hat mich der Zwischenlauf der Beiden im KII über 200m in der weiblichen Jugend. Schließlich ist Leni noch Schülerin A und dafür ist sie mit Sophia ein wirklich tolles Rennen gefahren in dem sie am Start mitgehalten haben und auch Boote hinter sich gelassen haben. Eine tolle Leistung!

Tolle Leistungen zeigte aber auch Lenis Bruder Tom mit seinen Mannschaftskameraden Samer, Adrian und Fabian bei den Herren Junioren. Alle vier sind der jüngere Jahrgang, was immer das härtere Jahr ist, aber danach sah es überhaupt nicht aus bei den Jungs. Sowohl im KII über 200, als auch über 1000m konnte die jeweilige Besetzung aus Tom und Fabian und Tom und Adrian das Finale erreichen und dort jeweils im Mittelfeld mitfahren. Bei der angereisten starken Konkurrenz war das schon mal ein erstes Anzeichen dafür, dass sich das harte Wintertraining auszahlen wird in dieser Saison. Auch in den Einern zeigten alle Jungs solide Leistungen, und so verpasste Fabian in seinem Zwischenlauf über 200m zwar das Finale, kann aber durchaus zufrieden mit seinem Rennen sein. Es fehlt an manchen Stellen halt einfach noch der Feinschliff und gerade über die kurze Distanz muss jeder Schlag sitzen, wenn man zu den Besten gehören möchte. Noch etwas knapper als Fabian paddelte Tom mit einem 4. Platz an der Finalteilnahme im KI über 1000m vorbei. Mit Platz 3 hätte er dieses erreicht. Das war wirklich schade, aber nichtsdestotrotz ein tolles Rennen, das ein weiteres Mal gezeigt hat, dass den Jungs nicht mehr viel fehlt, um zu den besten 9 zu gehören. Alle vier Junioren mussten schließlich im KIV über 200m gemeinsam eine bittere Pille schlucken als sie mit einem 4.Platz die erhoffte und ersehnte Medaille verpassten. Sie waren auf einem guten Kurs Richtung Medaille erlaubten sich dann aber einen Patzer und schon war der Traum von der Medaille ausgeträumt. So ist das manchmal einfach und ich hoffe sehr, dass sie daraus lernen. Das Verlieren gehört zum Sport und zum Leben nun mal dazu. Unsere Jungs haben bis jetzt schon soviel erreicht, sind ein tolles Team und haben dabei auch noch Spaß. Ich hoffe sehr, dass sie den behalten, denn wie bereits erwähnt #ohnespaßkeinerfolg.

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Zum ersten Mal in diesem Jahr war Lukas mit dabei, um mal in die anspruchsvollen “großen” Regatten reinzuschnuppern. Er startete in der Klasse der männlichen Jugend und konnte mit seinem Debüt auf der großen Bühne durchaus zufrieden sein. Vor allen Dingen über 1000m zeigte er ein starkes Rennen, das unterstrich wie weit er in seinem ersten Paddeltrainingsjahr schon gekommen ist, auch wenn natürlich noch eine lange Wegstrecke vor ihm liegt, falls er sich entschließt diesen Weg gehen zu wollen. Dann wäre das Ziel eine Teilnahme bei der DM.

Einige Regatten und Trainingskilometer mehr als Lukas haben unsere Herren auf dem Paddlerbuckel. In diesem Jahr waren auch wieder einige unserer Herren am Start, die letztlich dafür sorgten, dass der KC im Medaillenspiegel auftauchte. Also dafür vielen lieben Dank und herzlichen Glückwunsch an Eric, Thomas, Tapio und Hans. Das restliche Regattageschehen war eigentlich wie immer sprich in aller Herrgottsfrühe aufstehen, aus dem Schlafsack quälen, Rennvorbereitung, essen, Bravo lesen, Karten spielen, lachen, scherzen, quatschen, grillen, Boote einpacken, Zelte abbauen, Sachen packen und wieder ab nach Hause. Also ganz normaler Regattawahnsinn fast wie 2018, außer das die Kids immer größer werden und die Trainerin gleich alt bleibt, voll verrückt;) Etwas anders war es dann allerdings doch in diesem Jahr: es war nachts wirklich sch…kalt. Sowohl die Zelte, als auch die Bootsbezüge, als auch die Trikots waren am Sonntag Morgen gefroren. Das ist zwar mal ganz witzig, wenn das Trikot seine Form behält, aber dennoch etwas worauf ich dankend verzichte und etwas, was das frühe Aufstehen nicht gerade fördert oder irgendwie erleichtert.

Vielen Dank auch an dieser Stelle an unsere zahlreichen Besucher an der Strecke. Es ist immer schön, wenn wir Besuch kriegen und erst recht, wenn der Kuchen mitbringt.

Alles in Allem können wir mit der Großen Brandenburger 2019 sehr zufrieden sein. Es gibt zwar noch Einiges zu tun, aber ein großer Schritt ist bereist getan und unsere Sportler/innen haben gezeigt was und das sie was können, nämlich paddeln, und Spaß haben sie dabei auch noch. Besser geht es nicht! Nach einem solch gelungenen Saisonstart auf der Kurz- und Mitteldistanz freue ich mich sehr auf alle weiteren Regatten und muss zugeben, dass ich seit der DM 2018 nicht mehr aus dem Staunen herauskomme, wenn ich sehe wie weit unsere Kids bis jetzt gekommen sind.

Carola

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Cottbus 2019

Zweimal Cottbus und zurück

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Der Sommer ist noch gar nicht richtig da und schon sind unsere Aktiven auch diese Saison wieder fleißig auf Wettkämpfen unterwegs, um mit Spaß, Freude, Energie, Harmonie und Erfolg die Farben des Vereins zu vertreten.

Anfang März taten sie das zunächst noch nicht auf dem geliebten Wasser in ihren geliebten Booten, sondern zu unserem mittlerweile traditionellen Saisonstart beim Athletikwettkampf in Cottbus. Dort wird gesprungen, gelaufen, geworfen und ein Körperkraftzirkel durchgeführt. Auch unsere kleinen und großen Sportler/innen stellten sich diesen Herausforderungen, die eine erste Einschätzung des geleisteten Wintertrainings zulassen. Man sieht ein erstes Mal nach dem langen Winter in welcher körperlicher Verfassung man im Vergleich zu den anderen Sportler/innen ist und ob es gilt mögliche Defizite auszugleichen bevor es wieder in die Boote geht. Im Großen und Ganzen können wir mit dieser ersten Ertestung nach dem Winter zufrieden sein. Es haben sich alle tapfer durchgekämpft und gut abgeschnitten. Mit diesen positiven Ergebnissen konnten und können wir zuversichtlich auf die bevorstehende Saison und die Regatten blicken. Und Spaß hatten wir natürlich, denn #ohnespaßkeinerfolg. Und wenn wir alle zusammen sind, haben wir eh immer Spaß!!!

Unser erster Paddelwettkampf folgte dann Ende April und führte uns verrückterweise tatsächlich erneut nach Cottbus zu unseren Freunden des ESV Lok Cottbus, die Ausrichter eines Langstreckenrennens sind. Diesmal fuhr nur eine kleinere Delegation in die schöne Lausitz, da es sich um die 2000 und 4000 m Strecke handelte und das für einen Teil unserer Anfänger/innen doch noch etwas früh war, um sich einer solchen Herausforderung zu stellen. Bei dem Rest handelte es sich ja schließlich um die „alten“ Hasen und so konnten sich alle 2-3 mal auf die lange Strecke freuen und machen, um sich mit den anderen angereisten Kanuten zu messen. Der Zeitplan sah nämlich vor, dass man im KI, im KII und im Mixed-KII auf die Strecke geschickt werden konnte, denn schließlich sollte sich dieser kleine Ausflug ja auch trainingstechnisch lohnen. Für Mittagessen in Form von Nudeln und Sauce war auch vom Veranstalter aus gesorgt, so dass die gesamte Organisation eine runde Sache bildeten, und wir hoffen, dass dieser klein, aber feine Wettkampf auch nächstes Jahr zeitlich in unseren Regattaplan passt.

Leni, Sophia, Marie, Lucie, Adrian, Samer, Thomas, Tapio, Fabian, Tom, Eric, Tim und Carola wären auf jeden Fall auch 2020 wieder mit dabei :) Spaß hat es gemacht!

Gepaddelt wurde auf einem kleinen Flußarm, der sehr schmal, flach, windgeschützt und Motorbootfrei ist. Also fast wie bei uns :D haha Scherz beiseite. In Cottbus trafen wir auf ein ganz anderes Paddelrevier als unsere Sportler/innen von zu Hause gewöhnt sind. Ich dachte ja immer, wer bei uns paddeln lernt und die berühmt berüchtigte Ecke auf dem Weg zum Kanal wöchentlich bewältigt, der kann überall entspannt paddeln und lässt sich durch nichts und niemanden stören.

Aber wie so oft überraschten mich meine Sportlerinnen mal wieder und belehrten mich eines Besseren, indem Sophia und Leni im KII ein durchaus erfrischendes Bad nahmen. Beeindrucken ließen sich die Beiden allerdings zum Glück nicht allzu lange von dieser überraschenden Schwimmeinlage und setzten sich wieder in ihr Boot und paddelten das Rennen zu Ende. Abschließend ist noch nicht sicher geklärt, was zu dieser ungewollten Unterbrechung des Rennens geführt hat. Strudel? Der massige Schiffsverkehr, der nur bei den Beiden vorhanden war? Der Kraken? Der Kreuzfahrtdampfer? Das Traumschiff? Es wird wohl eines dieser berühmten ungelösten Geheimnisse bleiben, das noch Generationen nach uns in Atem halten und zu Spekulationen führen wird. Ein Rätsel in einer Reihe mit dem Verbleiben des Bernsteinzimmers, mit „Wer erschoss John F. Kennedy?“, dem Schatz der Nibelungen und dem Monster von Loch Ness. Die Antwort kennt nur der Wind….

Carola

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Hof 2018

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Hof 2018

Wie jedes Jahr am 3. Septemberwochenende lockte auch dieses Jahr der Quellitzsee wieder 1000 Kanuten an, um mit Spaß, Freude, aber auch Ehrgeiz und Ernst an der dort stattfindenden internationalen Sprintregatta teilzunehmen. Selbst Tapio hat sich eine Woche Urlaub von seiner finnischen Armeezeit genommen, um gemeinsam mit uns allen diese merkwürdige, lustige, erfolgreiche, ungewöhnliche, unglaublich tolle Saison abzuschließen.

Gerade in Zeiten in denen man in den Medien liest, dass zwar niemand alleine Sport machen möchte, aber irgendwie doch jeder nur für sich und besseres Aussehen und Lebensgefühl Sport treibt und Vereine und ehrenamtliches Engagement für den Sport und andere Menschen nicht besonders hoch im Kurs stehen, beruhigt und begeistert es, eine Regatta wie Hof zu erleben. Dort demonstrieren und leben sowohl die Veranstalter/innen als auch die Teilnehmer/innen das Gegenteil, und das ist auch gut so; denn gerade die Jüngsten brauchen noch viel Hilfe und gerade in der Gemeinschaft von Jung und Alt machen Sporttreiben und Wettkämpfe bestreiten Spaß und Sinn. Schließlich lernt man voneinander, hilft einander und jeder möchte während des Rennens angefeuert werden, bei Misserfolg getröstet und bei Erfolg bejubelt werden.

Und so reiste auch der KC fast mit seiner gesamten Sportmannschaft und Gästen aus Hamburg, Cottbus, Forst und Potsdam an, um sich ein letztes Mal in diesem Jahr mit Kanuten und Kanutinnen aus aller Welt zu messen, gemeinsam zu feiern und den Kanurennsport in seiner schönsten Form zu leben und zu erleben.

In diesem Jahr stimmte das Motto der Hofer Regatta „Kalt, aber geil!“ zwar nicht, aber richtig böse war niemand, dass die Sonne mit uns lachte und es allen erlaubte in T-Shirt und kurzer Hose zu paddeln.

So konnten Lilly, Emma, Charly, Bruno, Mads, Tobi, Mika, Jonathan, Jonas, Malte, Alina, Leni, Lukas, Adrian, Tom, Samer, Fabian, Marie, Sophia, Lucie, Lars B., Eric, Luca, Aaron, Chris, Hans, Tapio, Benny, Holger, Andreas, Sacha, Lars N., Jens, Claudia, Corinna, Miriam, Steffi, Anna und Carola bei strahlendem Sonnenschein lustige und erfolgreiche Mixed-Rennen, Staffeln, Einzelrennen und Mannschaftsboote paddeln, was das Zeug hält, so dass man beinah wehmütig wurde über das bevorstehende Ende dieser traumhaften Saison.

Und zu Recht schleicht sich in unsere letzte Regatta jedes Jahres immer etwas Trauer und Wehmut ein, denn schließlich sind wir Paddler aus vollster Überzeugung und mit Herzblut, Leidenschaft und Spaß bei der Sache dabei, so dass das Ende des Sommers mit seinen langen Tagen und den vielen Regatten immer wieder traurig ist.

Aber jetzt genug rumgeheult und ab zu den schönen Seiten der Hof-Regatta: Die vielen tollen, spaßigen und erfolgreichen Rennen!

Da ich mich unmöglich entscheiden kann über welche Rennen ich berichten soll und mir unmöglich alle einzelnen Rennen jedes KCers und jeder KCerin merken kann, habe ich diesmal ein Paar der Aktiven gefragt, was ihr schönstes Paddelerlebnis in Hof war.

Bei unseren vier Jungs Tom, Adrian, Samer und Fabian herrschte totale Einigkeit darüber, dass der KIV das tollste, schönste, schnellste, wundervollste Rennen überhaupt in Hof war. Kein Wunder, denn zur großen Freude der Trainerin rundeten die vier männlichen Jugendfahrer eine erfolgreiche Saison mit einem überragenden Sieg in ihrem letzten KIV-Rennen der Saison ab. Und Hofsieger wird man nun wirklich nicht alle Tage (da können sogar Weltmeister- und Olympiasiegerinnen ein Liedchen von singen :D ).

Auch bei unseren Herren LK Tapio und Aaron siegte eindeutig der KIV vor allen anderen Rennen, zwar gingen sie gemeinsam mit Luca und Benny nicht als Sieger aus diesem schnellsten Rennen der Regatta hervor, aber eine Medaille konnten sie gewinnen und das ist ja auch aller Ehren wert; erst recht als ein so junges Boot.

Nicht alle Befragten hatten so schnell und so eindeutig eine passende Antwort parat wie die sechs „Männer“. Marie fand genauso wie Leni, Alina und Jonathan einfach alles schön, wobei ihr KI dann doch noch einen knappen Vorsprung vor allen anderen Rennen erhaschen konnte. So wie bei Alina der KII mit ihrem Bruder Fabi auch noch einen besonderen Platz unter all den wunderbaren Erlebnissen einnahm. Bei Mika steht ohne Frage der Gewinn der Silbermedaille im KIV auf Platz Nummer 1, und auch sein Bruder Mads wählt den KIV als tollstes Paddelerlebnis der Regatta. Besonders erfreulich fand ich, aus sehr persönlichen Gründen, Lucies Wahl. Die genoss am Allermeisten den Mixed-KIV der LK, gefolgt von ihrem Mixed-KII mit Benny. Warum die persönliche Freude der Trainerin über diese Wahl (fragt sich vielleicht der Laie)? Na ja, die ist da auch mitgepaddelt und fand das Rennen auch toll!

Ansonsten geht es mir da eher wie Leni und Jonathan und eigentlich wie immer und ich kann mich unmöglich entscheiden, was das Schönste war. Schwer begeistert ziehe ich meinen Hut vor den Leistungen aller unserer Sportler/innen und blicke mit Freude und Glück auf die vergangene und gleichzeitig auf die neue Saison in der hoffentlich neben den kleineren und größeren Rückschlägen und Querelen dann doch wieder all das Positive, die Erfolge, der Spaß, die Harmonie, das Lachen, der Zusammenhalt und das Glück überwiegen werden.

Der Rest in Hof ist Geschichte. Es wurde wieder lecker gegrillt, natürlich die traditionellen Burger, nett gequatscht, Karten gespielt und viel gelacht. Hof begeisterte wieder die ältere Generation und auch einige der jüngeren Heranwachsenden mit einer lustigen und tollen Party im Mannschaftszelt, wo die Tanzbeine geschwungen wurden, auf der Tanzfläche und auf den Bierbänken gleichermaßen. Dort feierten alle Generationen aus den verschiedenen Vereinen bei dem ein oder anderen Kaltgetränk die vergangene Saison und man freute sich schon auf die noch bevorstehenden Rennen am Sonntag zu denen trotz der Party fast alle in ihre Boote fanden. Bei uns fanden alle sowohl pünktlich in ihre Zelte (zum Erstaunen der Trainerin), als auch am nächsten Tag pünktlich in ihr Boote (zum Erstaunen der Trainerin). Einzig erstaunlich war am Samstagabend, dass sogar eine Person mehr den Weg in eines unserer Jungszelte gefunden hatte. Zwar äußerst pünktlich, aber irgendwie doch nicht ganz richtig. Glücklicherweise konnte dieses Missverständnis noch geklärt werden und alle fanden ihren verdienten mal längeren, mal kürzeren Schlaf, bevor es Sonntagfrüh, wie immer viel zu früh, aus den Schlafsäcken ging, um sich dem totalen Regattawahnsinn hinzugeben.

Wir sammelten noch einige Medaillen und Siege an diesem sonnigen Sonntag und wie ihr ja bereits gelesen habt, noch eine Menge toller, schöner, unvergesslicher Erinnerungen, die wir alle mit nach Hause nahmen. Aber bevor es nach Hause gehen konnte, spielte erst die altbekannte Melodie an: Pack die Boote und Zelte wieder ein! Nachdem das dann endlich irgendwann vonstatten gegangen war, rollten wir mit unserem Konvoi in Richtung Berlin, natürlich nicht ohne die nötige Pause zur Nahrungsaufnahme bei einem der einschlägigen Burgerrestaurants.

Und schon ist die Saison 2018 Geschichte, und wir stecken mitten im Wintertraining und in der Planung und Vorbereitung auf die Saison 2019. Es war schön und merkwürdig, unglaublich, traumhaft und anstrengend, lustig, erfolgreich, toll und einfach wunderbar!

Ich bin dankbar ein Teil dieser Saison und dieser Mannschaft gewesen zu sein und freue mich schon auf die Nächste mit all ihren lustigen und bunten Geschichten und hoffentlich erfolgreichen Rennen.

Carola

Deutsche Meisterschaft 2018

Deutsche Meisterschaft 2018

Aaron, Lucie, Marie, Samer, Adrian, Tom, Fabian und Carola machten sich am 26. August fröhlich und aufgeregt in einem sehr vollen und total ordentlich gepackten KC-Bus auf den Weg von Wusterwitz nach Hamburg zur diesjährigen Deutschen Meisterschaft im Kanurennsport. Noch schnell ein Mannschaftsfoto vor dem Hänger geschossen, und dann mussten wie Regattahopper auch dringend los. Glücklicherweise verlief die Fahrt mit nur einem kleinen Verfahrer fast einwandfrei, so dass wir kurz vor Anreiseschluss in Hamburg-Allermöhe aufs Regattagelände rollten; freundlich begrüßt mit den Worten: “Ach, da kommt ja doch noch jemand, habt ihr aber Glück gehabt!”

So erhielten wir erfreulicherweise noch die Einweisung und wurden zu unserem zugeteilten Zeltplatz gebracht. Dort konnten wir alles für eine Woche Regattaspaß- und abenteuer aufbauen bevor es zur Freude Aller fürs Abendbrot zu einer bekannten Fast-Food-Kette ging.

Im Anschluss noch die letzten Kleinigkeiten im Mannschaftszelt geräumt und aufgebaut, dann eine mäßige Dusche genossen und ab ins Bett; schließlich war es doch ein harter und langer Tag nach einem anstrengenden Regattawochenende.

Der Montag stand dann ganz im Zeichen der direkten Wettkampfvorbereitung, das heißt Boote wiegen, paddeln gehen, um sich an das Wasser zu gewöhnen und die Strecke kennenzulernen, den Startschuh ausprobieren und einkaufen gehen, damit es was zu essen gibt. Wenn das dann alles erledigt ist, ist so ein Tag auch schnell wieder um, und es ertönt die bekannte Melodie: “Zähne putzen, pullern, ab ins Bett!”

Für Dienstag hatten wir ein tolles Freizeitprogramm geplant, das sowohl der Vermeidung eines Lagerkollers dienen, als auch eine kleine Ablenkung von der Aufregung des Wettkampfes sein sollte. Und außerdem ist es ja auch ganz nett die Städte in denen wir paddeln auch mal zu sehen. Inzwischen waren Susi als helfende Hand und Luca als weiterer KC-Starter zu unserer überschaubaren Gruppe gestoßen und begleiteten uns gleich am Dienstag zu unserem kleinen Ausflug nach Hamburg Downtown. Wir radelten zum Polizeimuseum, wo Fabians Tante eine Führung durch eben dieses mit anschließendem Essen im Polizeipräsidium für uns alle organisiert hatte. Das war sehr interessant, spannend, lustig und lecker.

Anschließend radelten wir für einen kleinen Einkaufsbummel und zum Chillen bei einem erfrischendem Getränk der Wahl an die Binnenalster. Nach dieser kleinen Verschnaufpause kehrten wir fröhlich und mental erholt an unsere Wettkampfstätte zurück, um uns wieder ganz in das Regattageschehen zu stürzen, was hieß, dass alle erneut in die Boote stiegen und der schönsten Nebensache der Welt nachgingen: Paddeln! :)

Glücklicherweise kamen auch noch Ingeborg und Renate als Unterstützung und Fans nach Hamburg, so dass Carola im Gegensatz zum letzten Jahr nicht zur Obleutebesprechung musste. Auf dieser trugen sich allerdings lauter erfreuliche Dinge, zumindest aus unserer Sicht, zu: Unsere männliche Jugend konnte in den Zweiern über 1000 und 500m nachrücken und Marie im KI über 200m, was die Trainerin besonders freute, da Marie so ihr suboptimales Rennen von der ODM vergessen machte konnte indem sie nun eine 2. Chance erhielt. Diese galt es jetzt natürlich auch zu nutzen.

Mit diesen zusätzlichen Rennen hatten wir mit einem Schlag ein straffes Regattaprogramm vor uns und die Freude über die dazugewonnenen Starts und zweiten Chancen war bei der Trainerin riesig, die Aufregung hingegen fast schon unerträglich, was die aber fast erfolgreich verbarg;)

Nicht nur bei der Trainerin stieg die Spannung und eine gewisse Nervosität, auch einige Sportler/innen hatten langsam mit diesem einzigartigen Regatta-Herzklopfen zu tun. Da es am Mittwoch allerdings nicht gleich morgens losging für uns, war der Dienstagabend doch noch recht entspannt, und alle fanden den so wichtigen erholsamen Schlaf.

Am Mittwoch bildete Lucie mit ihrem Rennen im KI über 500m dann den Auftakt für unsere diesjährige Deutsche Meisterschaft. Leider hatte sich bei Lucie eine Erkältung ausgebreitet, die doch etwas an ihren Kräften nagte; aber sie kämpfte tapfer und fuhr dennoch gute engagierte Rennen, selbst als auch noch der Wind gegen sie war. Gerade die Zweier mit Marie sahen schon viel besser aus als im letzten Jahr und das obwohl Lucie der jüngere Jahrgang bei den Juniorinnen ist und Marie hochstarten musste. Also, Kopf hoch Mädels. Das war gut!

Selbst jetzt beim Schreiben steigen Freude und Aufregung schon wieder bei der Trainerin an. Aueia! Auf jeden Fall startete der KC mit Lucie gut und solide in die DM. Das kleine Sahnehäubchen mit Schokosauce war dann an diesem 1. Wettkampftag der Vorlauf von Tom und Adrian im KII der männlichen Jugend über 1000m. Die Zwei paddelten ein starkes Rennen und erreichten souverän den Zwischenlauf. Form, Einstellung und Fitness schienen also zu passen; da fiel schon mal der erste Stein vom Trainerinnenherz. Das war auch bitter nötig, denn sonst wäre gar kein Platz für die ganze Aufregung, Freude, Zufriedenheit und das Glück im Herzen gewesen, die alle in fast jedem Augenblick dieser DM wuchsen und wuchsen. Einziger kleiner Wehmutstropfen an der Zwischenlaufteilnahme von Tom und Adrian war dann allerdings die Tatsache, dass dieser am Samstagmorgen um 7.30 Uhr stattfinden sollte. Eine traumhafte Zeit für sportliche Höchstleistungen und um 5 Uhr aufstehen gehört samstags auch nicht gerade zu meinen Favoriten. Die beiden Jungs allerdings schon, und so steht man doch fast gerne im Dunkeln auf.

Donnerstag hatten wir zum Üben schon mal die normale Regattaaufstehzeit erreicht, da Fabian und Marie um 8.38 Uhr bzw. Um 8.42 Uhr am 200m stehen dürften; das hieß spätestens um 6 Uhr raus aus dem Zelt und ab in die Wettkampfvorbereitung. Das gelang Beiden ganz gut, und sie standen pünktlich im Startschuh um mit den anderen Jugendlichen um den Einzug in den Zwischenlauf zu kämpfen. So früh am Morgen schon 200m sprinten zu können, ist selbst ohne Gegner/innen eine Herausforderung für sich, und die Konkurrenz macht es nicht einfacher. Das mussten Fabian und Marie leider auch erkennen und verpassten knapp den Zwischenlauf. Fabian noch deutlich knapper als Marie; das war wirklich sehr schade, da die Chance auf die Zwischenlaufteilnahme wirklich bestand.

Im KII über 500m konnte Fabian gemeinsam mit Tom aber doch mal alle seine Kräfte mobilisieren, und sie paddelten sicher eine Runde weiter in den Zwischenlauf. Dort landeten ebenfalls alle unsere Herren LK Luca, Aaron und Jonas im KI bzw. CI über 200m. Für die Frischlinge bei den “Großen” ging es auf dieser DM vor allen Dingen darum mal reinzuschnuppern in die Leisungsklasse, denn neben Weltmeistern und Olympiasiegern zu paddeln, passiert einem ja nicht alle Tage und muss erstmal gelernt sein. Schließlich darf man nicht und braucht man auch nicht vor Ehrfurcht erstarren, wenn neben einem die Besten der Welt stehen, aber ein wenig aufrgegender zur normalen Regattanervosität ist es bestimmt trotzdem.

Bei unserer männlichen Jugend war aber noch nicht Schluss mit den Zwischenlaufteilnahmen, denn Fabian und Samer wollten es Tom und Adrian schließlich gleich tun und auch in aller Herrgottsfrühe aufstehen um schnell paddeln zu dürfen, und so zeigten sie gemeinsam mit den Beiden, dass sie auf diese DM gehörten, erreichten ohne Schwierigkeiten den Zwischenlauf im KIV über 500m und gehörten somit am Freitag um 7.34 Uhr zu den Teilnehmern des Zwischenlaufs. Juchhuh!

Damit konnte sich unsere Bilanz am Donnerstagabend durchaus sehen lassen. Man kann zurecht sagen, dass unsere Sportler/innen ihre zweiten Chancen mehr als genutzt haben und alle weiteren Rennen bildeten die erfreuliche und spannende Zugabe zu den Vorläufen, denn satt waren unsere Jugendfahrer natürlich noch lange nicht, und so ging es Donnerstagabend früh ins Bett.

Freitagmorgen oder sollte ich besser sagen Freitagnacht? klingelte schließlich um 5 Uhr der Wecker bei den 4 Jungs und der Trainerin, die erstmal eine gefüllte Stunde brauchte um ihr Licht zu finden und im Anschluss ihre Sachen. In dieser Zeit standen Adrian, Samer, Tom und Fabian bereits auf und machten sich auf den Weg zum Einpaddeln. Zwar klappte das Aufstehen einwandfrei, aber die Jungs müssen unbedingt an ihrem Timing und Tempo fürs Einpaddeln arbeiten, denn sie kamen erst um 6.20 Uhr von diesem zurück, so dass ihnen nur 10 Minuten zum Frühstücken blieben; denn spätestens 1 Stunde vor dem Startschuss ist Nahrungsaufnahmestopp damit man nicht während des Rennens ein 2. Frühstück genießen darf.

Pünktlich ging es dann zum Start des Zwischenlaufs in dem man 3. werden musste, um das Finale zu vervollständigen. Unsere Jungs fuhren ein gutes Rennen, aber im Vergleich zum Vorlauf leider nicht ihr Bestes und so reichte es mit einem 6. Platz noch nicht für die ersehnte Finalteilnahme. Zufrieden können sie dennoch sein, denn ihre Leistungssteigerung von der Ostdeutschen zur DM war immens und sie ließen Boote bis zu 10 Sekunden hinter sich, die zur ODM noch vor ihnen waren. Darauf lässt sich auf jeden Fall aufbauen und fürs nächste Jahr hoffen, wenn alle mit Energie, Engagement, Einsatz und Ehrgeiz dabei bleiben. Auf mich können sie schonmal zählen!

Aber es gab ja noch weitere Zwischenläufe zu bestreiten und so erreichten Tom und Fabian auf 500m einen hervorragenden 5.Platz in ihrem Lauf, mit dem sie ein weiteres Mal unterstrichen, dass sie zum Mittelfeld auf einer DM gehören und es nur noch ein Schritt bis zum Finale und der deutschen Spitze ist. In allen Zwischenläufen war die 3. Position hart und knapp umkämpft und auch Tom und Fabian haben gezeigt, dass mit ihnen zu rechnen ist.

Freitag reisten dann noch die letzten Fans Sacha, Angelika, Matilda und Sophia an, um unsere Sportler/innen anzufeuern und zu unterstützen. Bis dahin hatten Susi, Renate und Ingeborg begleitet von Helmut Stolle (ehemaliger Rennkanute des KC, in Hamburg lebend), der jeden Tag an die Strecke kam, einen guten Job gemacht, aber die Damen reisten am Donnerstag ab und so musste Ersatz her. :)

Netterweise waren Adrian und Tom für ihre frisch eingetroffenen Fans Sophia und Matilda ja extra in den Samstagfrüh stattfindenen 1000m Zwischenlauf gepaddelt, so dass der späte Freitagabend zwar ohne ihre Anwesenheit verbracht wurde; es aber was zum Mitfiebern gab. Und so saß Samstagfrüh ab 7.15 Uhr eine große Gruppe KC-Fans auf der Tribüne um ein tolles Rennen von Tom und Adrian zu bewundern. Sie gingen ambitioniert und offensiv in ihren 1000m Lauf und wurden mit einem 4.Platz belohnt, der zwar nicht für den Endlauf reichte, aber die 3 Boote vor ihnen belegten auch in diesem Platz 1-3, so dass Tom und Adrian ein weiteres Mal stolz auf ihre Leistung sein können.

Der restliche Samstag stand dann ganz im Zeichen des Regattatourismus, denn schließlich gab es auch ohne unsere Sportler/innen genügend spannende und interessante Rennen, die den Weg zur Tribüne wert waren und das Nervenkostüm der Trainerin nicht weiter angriffen. Das war auch gut so, denn dieses hatte doch ganz schön leiden müssen bei diesen ganzen aufregenden und knappen Entscheidungen, die unsere Sportler/innen gezeigt hatten. Jetzt standen Sonntag nur noch die 5000m Wettkämpfe und das Abreiseritual an.

Lucie, Marie, Samer und Fabian wagten sich im KI auf diese unendlich weite Strecke, wohingegen Tom und Adrian nochmal im KII angreifen wollten. Lucie, stark geschwächt durch ihre Erkältung, wagte dennoch den Start und erlag dann leider den Wellen des Starterinnenfeldes und kippte. Die anderen KI kämpften sich tapfer durch die 5000m und machten das wirklich alle ganz gut, auch wenn es noch Einiges zu lernen und zu trainieren gibt, um ein herausragendes Rennen paddeln zu können.

In den Mannschaftsbooten hingegen läuft es schon ganz formidabel bei uns, und so sorgten Adrian und Tom mit ihrem 6. Platz für einen gelungenen Abschluss einer sehr gelungenen, lustigen, erfolgreichen, schönen, harmonischen, aufregenden, spannenden und einfach tollen Deutschen Meisterschaft an deren Ende dann fast alles wie immer abläuft: Boote laden, Kram einpacken und ab nach Hause bis hoffentlich im nächsten Jahr.

Carola

Neues vom Wanderpaddeln

Neues vom Wanderpaddeln

Unsere Gruppe wächst langsam aber stetig. Wir nehmen mehr an den Veranstaltungen des LKV teil. Die größeren Fahrten mache ich aber noch häufig alleine.
So war ich im Juni auf der Oder. Die internationale Oderfahrt begann diesmal an der tschechisch/polnischen Grenze und führte zunächst bis nach Raciborz. Dieser erste Abschnitt verlangte mitunter auch Kletterfähigkeiten beim Umsetzen an einem Wehr. Mir fiel auf, dass es auf dieser Etappe kaum Vögel gab, auch keine Enten oder Schwäne. Ich hatte mir für diese erste Etappe ein Boot geliehen, eine echte Schüssel, weil ich den Rest der Oder mit meinem Faltboot befahren wollte. Das wäre auf der ersten Etappe nicht möglich gewesen. Der Abschnitt von Raciborz nach Kosle wurde von einer Teilnehmerin als „Tag der langen Arme“ bezeichnet, 43 km ohne Strömung, keine Vögel, es war kalt. Das Wetter blieb uns weitgehend treu, Kälte, viel Regen, am nächsten Tag 4 Schleusen, keine Strömung, aber der erste Schwan, der wie verirrt wirkte. Auch am nächsten Tag gab es 4 Schleusen, aber auch einige Sonnenstrahlen auf unserem Weg zum ersten Teilziel Opole!
Es folgten 2 „Ruhe“tage, die Autos wurden umgesetzt, zunächst nach Nowa Sol, wo die Boote und unser Gepäck abgeladen wurden, dann weiter bis Schwedt und mit dem Bus zurück nach Nowa Sol. Das war alles etwas umständlich, soll aber bei der nächsten Fahrt in 2 Jahren anders organisiert werden.
Die folgenden Etappen bis Schwedt waren landschaftlich sehr schön, allerdings wegen des niedrigen Wasserstandes manchmal recht mühsam, aber wir hatten die Oder für uns alleine. Lediglich je ein Boot vom polnischen und deutschen Schifffahrtsamt tauchte hin und wieder auf. Meist war es kühl mit starkem Gegenwind, aber es gab zwischendrin einen Hitzetag und zum Schluss einen Traumtag auf der Fahrt nach Schwedt. Die Stadtbesichtigungen von Eisenhüttenstadt und Frankfurt/Oder fielen aufgrund des unfreundlichen Wetters kurz aus. Dafür erfreuten wir uns an den Störchen, die zahlreich und relativ zahm waren, soll heißen, ich konnte sie recht gut beobachten und fotografieren.
Die Fahrt ging noch weiter bis nach Stettin, ich musste wegen eines Planungsfehlers leider in Schwedt aufhören. Zum Abschluss gab es noch eine Fahrt zum Schiffshebewerk nach Niederfinow mit dem Bus und dem dortigen Ausflugsdampfer. Sehr interessant! Ich gehe davon aus, dass ich an der Fahrt in 2 Jahren teilnehmen werde, um auch noch den Rest der Oder kennenzulernen. Fazit: eine sehr schöne Fahrt, trotz des Wetters, naturbelassene Flusslandschaft.
Die nächste Fahrt führte mich nach Griechenland, wo eine Umfahrung der nördlichen Sporaden, jedenfalls der drei größeren Inseln Skiathos, Skopelos und Alonissos geplant war. Ich fuhr mit 5 anderen Leuten unter Führung von Jannis Kaudelka, einem Österreicher mit griechischen Wurzeln, der sich dort bestens auskennt. Die Reise verlief allerdings deutlich anders als geplant. Es war recht windig und nicht alle Teilnehmerinnen hatten ihrem Können entsprechende Boote. So kam es dann schwerpunktmäßig zu einem Erholungsurlaub ohne größere Ablenkung außer den gemeinsamen Mahlzeiten. Die Griechen lieben es, eine größere Anzahl von Speisen (eigentlich hauptsächlich Vorspeisen) zu bestellen, die von allen zusammen verzehrt und bezahlt werden. So habe ich schon mal wieder Fettreserven für schlechte Zeiten angelegt.
Von den 21 Tagen hatten wir 9 Paddeltage, die meisten davon im Golf von Volos, dann aber auch in der Ägäis, meist küstennah. Am 11. Tag unserer Reise paddelten wir dann tatsächlich rüber auf die Insel Skiathos, die wir fast vollständig umrundet haben, meist mit Windstärken um oder kurz unter 4. Diese Paddeltage haben allerdings die Fahrt gelohnt! Vom Kajak aus sind die Farben einfach noch viel schöner als von einem Fahrgastschiff oder vom Land aus. Eine Unzahl verschiedener Blau- bis Grünblautöne, an denen ich mich kaum sattsehen konnte. Dazu verschiedene Grotten, in die man hinein- oder auch durchpaddeln konnte. Es gab allerdings auch viele riesige braune Quallen – wenn ich gekentert wäre, dann hätten die dafür gesorgt, dass ich es sofort wieder in mein Faltboot geschafft hätte! Aber die Gefahr des Kenterns bestand bei mir nicht. Mein Faltboot ist ideal für Fahrten auf dem Meer.
Und das ist der größte Gewinn für mich: Ich weiß, dass ich keine Angst vor dem Meer haben muss, egal von welcher Seite der Wind kommt. Das war mir vorher nicht völlig klar, ich hatte Bedenken bei Wind von hinten. Aber es hat super Spaß gemacht!

Uta